Eröffnung der Musiktage Oberaudorf-Reisach mit Esbrassivo und Johannes Berger

Sommercocktail von Burschenhand

Esbrassivo eröffnete - zusammen mit Johannes Berger an der Orgel - in der Klosterkirche in Reisach die Musiktage 2010. Foto wg
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Esbrassivo eröffnete - zusammen mit Johannes Berger an der Orgel - in der Klosterkirche in Reisach die Musiktage 2010. Foto wg

Mit einem wohl temperierten und im Abgang überschäumenden musikalischen Sommercocktail eröffneten das Brass-Ensemble Esbrassivo und Johannes Berger an der Orgel in der Klosterkirche in Reisach die Musiktage Oberaudorf-Reisach. Der Auftritt der "Burschen", wie Bürgermeister Hubert Wildgruber die gestandenen sechs Männer in seinem launigen Grußwort bezeichnete, sei sein Herzenswunsch gewesen, böten sie doch das, was die Musiktage seit nun schon fast zwei Jahrzehnten ausmacht: Regionalkultur mit Schmiss.

Die Klammer des Abends bildeten tatsächlich furiose Bläsersätze - etwa "Praise the Lord with Drums and Cymbals" des international orientierten deutschen Komponisten Sigfrid Karg-Elert oder der "Grand Choeur Dialogué" von Eugène Gigout, dessen bekanntestes Werk die Toccata in h-moll ist.

Der Nähe zum Inn huldigten die Musiker mit der Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Die mit Samttönen gezeichneten Klangbilder ließen nachfühlen, wie die Lustfahrt des englischen Königs auf der Themse gewesen sein mag.

Der Schwerpunkt des Abends lag auf einer möglichst vielseitigen Präsentation, deshalb auch Kombinationen mit Quintett solo, Quintett Orgel, Horn und Orgel, Orgel solo, Trompete und Orgel.

Der Sommermixtur wurde noch ein "Spritzer" Modernes verliehen - und gerade dadurch wurden die Brüche des Abends deutlich. Man kann sich daran stoßen, dasszum Beispiel der Filmmusik aus "Schindlers Liste" die Sonate in A-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy folgt, dem fetzigen "Jesus Christ Superstar" das imposante Zwiegespräch von Eugène Gigout. Schnell könnte durch diesen gewählten Querschnitt der Vorwurf der Beliebigkeit laut werden. Man kann sich aber auch zurücklehnen, einfach genießen und sich am mit Herzblut erfüllten technisch einwandfreien Spiel freuen.

Und wie würden die "Burschen" den von ihnen gebotenen musikalischen Sommercocktail bewerten? Sie hielten es wohl ob ihrer schon vom Bürgermeister gepriesenen und auch spielerisch dargebotenen Jugendlichkeit mit der deutschen Grandprix-Gewinner Lena Meyer-Landrut, die sagen würde: "Verdammte Axt. Toller Abend. Dankeschönst!"

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