„Der Somma, der is kemma“

Ein Sommerlied von Hans Irger aus Fischbachau (1998) für Kinder und Erwachsene. re

Bruckmühl. – Ganz vielfältig in der regionalen musikalischen Überlieferung sind die Lieder, die sich mit der Natur und den Jahreszeiten beschäftigen.

Gerade auch die nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreich aufkommende Volksliedpflege in Oberbayern hat viele neue Lieder dazu herausgebracht: Es wurden die positiven Seiten und Schönheiten besungen – oft in ganz neuen Worten und Melodien, die sich für das wohlklingende Singen im Dreigesang eignen. Nach den grausamen Kriegszeiten und den Existenznöten versuchten die Menschen in den schönen und unpolitischen Liedern der Volksmusikpflege Freude zu finden.

Viele Lieder besingen den Sommer und seine positiven Seiten – Lieder aus der Überlieferung des 19. Jahrhunderts und auch die bis heute neu entstehenden Lieder der regionalen Volksmusikpflege in Oberbayern. So textete der Lehrer Hans Irger aus Fischbachau 1998 für seine Schulkinder über Wiesen und Heu, über Blumen und ihren Duft und das Radlfahren und Baden. Das Lied hat mittlerweile nicht nur bei den Schulkindern Verbreitung gefunden.

Kathi Greinsberger schreibt in ihrem Lied „Da oane Summa is ma nia vagessn“ über die Liebe. Im dreistimmigen Satz der Fischbachauer Sängerinnen hat das Lied weite Verbreitung gefunden auch im Repertoire anderer Gesangsgruppen. Am Schluss heißt es „Und wia die Vogei so muaß i di liabn, kann halt aa nix dazu“.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist das Lied vom „Gamsbergsteign in Summa“ bekannt – es geht freudig um die Jagd im Gebirge – überliefert auch im Berchtesgadener Land im Liederbüchlein vom „Hofschaffer Linerl“ (1911), entdeckt von Wastl Fanderl.

Der oberbayerische Volksmusikpfleger Wastl Fanderl (1915 bis 1991) aus Bergen, zuletzt wohnhaft auf dem Stelzenberg in Frasdorf, hat viele schöne Jahreszeitenlieder in seine Volksmusikpflege eingebracht. Darunter sind auch Lieder, die zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Oberbayern im Druck verbreitet wurden, so etwa „I hab scho drei Summa mir’s Hoamgehn vorgnumma“ (Sammlung Ulrich Halbreiter „Gebirgslieder“ 1839 und M. Rietzl, Grass au) oder „Is des net a Freid bei da Summerszeit“ (Slg. Franz von Kobell, 1860).

In anderen Liedern kommt der Sommer als arbeitsreiche Jahreszeit vor – oder wird in Zusammenhang mit anderen Jahreszeiten besungen. Aber auch die Freizeitgestaltung mit Baden und Radlfahren, Almleben und Berggehen ist thematisiert.

Sollten es die Corona-Vorgaben und gutes Wetter erlauben, lädt das Volksmusikarchiv am Montag, 6. Juli, um 19 Uhr das ersten Mal wieder zum „Montagsingen“ ein – im Freien, im Garten vor dem Volksmusikarchiv. Auch einige Sommerlieder werden gemeinsam gesungen. Gerade in Corona-Zeiten ist es wichtig, mit der gebotenen Vorsicht etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun: Gemeinsames Singen ohne Leistungsdruck und ohne Perfektion kann das Gemüt positiv bewegen. Alle Teilnehmer erhalten kostenlose Liederblätter. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um baldmögliche Anmeldung gebeten mit Name, Adresse und Telefonnummer beim Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern, Krankenhausweg 39, 83052 Bruckmühl, Fax 0 80 62/86 94, E-Mail volksmusikarchiv@bezirk-oberbayern.de, Telefon 0 80 62/51 64. Die Teilnahme ist kostenlos, es gelten die Corona-Abstandsregeln.

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