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Konzertreihe

Silbensprache und Maschinenklang

Chris Gall (links) und Bernhard Schimpelsberger bei der CD-Vorstellung im Librano.
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Chris Gall (links) und Bernhard Schimpelsberger bei der CD-Vorstellung im Librano.

Sichtlich erfreut eröffnete Michael Braun in seiner Buchhandlung Librano die Wiederaufnahme der Konzertreihe nach der langen pandemischen Pause mit einem hochkarätigen Duo aus der deutschen Jazzszene und gleichzeitig einem Lokalmatador.

Rosenheim – Chris Gall am Flügel und Bernhard Schimpelsberger mit seinen vielen Percussioninstrumenten konnten die vor mehr als zwei Jahren geplante Vorstellung ihrer kurz vor Ausbruch der Coronakrise aufgenommenen CD „Myriad“ endlich vor Publikum darbieten.

Notenblätter in Reichweite

Chris Gall wollte auch nicht verschweigen, dass die Stücke durch die lange Zwangspause erneut geprobt werden mussten, was an den in Reichweite liegenden Notenblättern sichtbar wurde.

Der Titelsong „Myriad“ tastet sich in ganz leisen Tönen an die unzähligen Klangschleifen heran, um dann mit dem Rhythmus der dezent eingesetzten Schlaginstrumente in einen dichten Klangteppich zu verschmelzen.

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Die vom Flamenco inspirierte Komposition Segeriyua von Bernhard Schimpelsperger zwölf12-taktigen Grundschema worauf sich melodische Zyklen aufbauen, die Chris Gall den Wunsch äußern ließen, er könnte mehr als zwei Hände haben. Auch bei anderen Stücken wie „The Wheel“ oder der einzigen Fremdkomposition des Abends „In a Landscape“ von John Cage spielen wiederkehrende Tonfolgen und teilweise mathematisch definierte Abläufe eine große Rolle, hervorragend umgesetzt von den beiden Musikern.

Die indische Silbensprache Konnakol wurde von Bernhard Schimpelsberger vor seinem Percussion-Solo erklärt und es gelang den Zuhörern tatsächlich, die vorher gesprochenen Silben in den anschließend mit verschiedenen Instrumenten gespielten Elementen wiederzuerkennen. Auch der Bezug zu seiner Klavierbauerfamilie wurde bei der Vorstellung der Kalimba, des Daumenklaviers mit einem Augenzwinkern und dem Hinweis auf die vergleichsweise einfache Transportmöglichkeit im Gegensatz zu Chris Galls Flügel hergestellt und schließlich präsentierte er mit der La Ola, einem wellenähnlichen Cajun, ein selbst entworfenes neues Instrument, das für die wunderschöne sanfte Melodie von Chris Galls „Song of June“ den passenden rhythmischen Hintergrund bildete. Zum „Poem on a Typewriter“ kam der Anstoß von Chris Galls Kindern, die beim Spielen mit einer alten Schreibmaschine Geräusche entdeckten, die man aus dem Computerzeitalter an Bildschirmen oder beim Wischen auf dem Smartphone nicht erleben kann.

Belebende Interaktion

Dass den Zuhörern im voll besetzten Librano der Wunsch nach einer Zugabe bereitwillig erfüllt wurde, lag auch an der Interaktion zwischen Publikum und Künstlern, dem Lebenselexier guter Live-Musik. Yorke`s Guitar, ein melodiöses Bravourstück aus der Feder von Chris Gall, bildete den Auftakt und Bernhard Schimpelsberger startete zum Schluss eine Improvisation mit einem Klangbogen auf den sechs abgestimmten Garrapata-Glocken, der von Chris Gall auf dem Flügel übernommen wurde, um dann in einem grandiosen Finale unter lang anhaltendem Beifall zu enden.

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