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Ausstellung

Siglinde Berndt und der Zusammenklang aller Teile in der Villa Maria in Bad Aibling

„Winterbad“ (2017), Pigment, Acryl, Collage,
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„Winterbad“ (2017), Pigment, Acryl, Collage,
  • VonUte Bößwetter
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Die Künstlerin Siglinde Berndt hat den Menschen – gleich welcher Ethnie – zu ihrem Thema gemacht. Von den 53 Exponaten, die derzeit in der Villa Maria zu sehen sind, haben nahezu alle die menschliche Gestalt zum Inhalt.

Bad Aibling – Die Künstlerin Siglinde Berndt hat den Menschen – gleich welcher Ethnie – zu ihrem Thema gemacht. Von den 53 Exponaten, die derzeit in der Villa Maria zu sehen sind, haben nahezu alle die menschliche Gestalt zum Inhalt. Vorwiegend sind es Frauen und Männer, die von weit her kommen. Und die vielen gemalten Boote weisen auf die wesentliche Aussage hin: Es sind Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um ein neues Leben zu finden. Aber es geht der Künstlerin um mehr: der Zusammenklang aller Teile ist ihr eigentliches Thema.

„Zwei“ (2019), Pigment, Acryl, Collage. Bößwetter

Der Mensch im Mittelpunkt

Das benennt sie mit dem Titel ihrer Ausstellung „systemisch“. Als Sozialpädagogin – über ihren Beruf ist sie zur künstlerischen Gestaltung gekommen – hat sie gelernt, Menschen und Dinge in ihren Abhängigkeiten voneinander zu betrachten. Begegnung, Beziehung, Energie und Spannung sind die Dreh- und Angelpunkte des Daseins, denn der Mensch lebt nicht isoliert, sondern in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umwelt. Auch der Betrachter fühlt sich angezogen von diesen bildhaft erzählten Geschichten und bringt im Geiste seine eigene Geschichte mit ein.

Collagen, Papierobjekte und Zeichnungen

Die künstlerische Ausformung der Themen geschieht auf unterschiedliche Weise: in der Collage, im Papierobjekt oder in der Zeichnung.

In ihren Collagen legt Siglinde Berndt zunächst den Bildgrund mit weißer Acrylfarbe an, malt darauf mit Pigment farbige Objekte – oft Boote – und fügt mit Stift gezeichnete menschliche Gestalten hinzu. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass die Gestalten ausgeschnitten und in das vorbereitete Bild hineingeklebt sind. Sie wirken dadurch geringfügig erhöht und erhalten eine leichte Dreidimensionalität. Die Künstlerin greift nach einem Vorrat von ihr gezeichneter und ausgeschnittener Personen und schiebt eine Gestalt spielerisch auf dem Bildgrund hin und her, bis sie ihr richtig zu liegen scheint.

Auch ihre Papierobjekte gestaltet sie eigenwillig. Aus kräftigem Papier – der unteren Schicht von Wellpappe – formt sie eine besondere Art von Tüten und bemalt sie dann mit Gestalten, die in ihrer Verlorenheit berührend wirken.

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Diese Objekte tragen alle den Titel „Quartier“, eine Assoziation zur generellen Wohnungsknappheit, aber natürlich auch zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Und dann gibt es noch die Zeichnungen: mit Stift gezeichnete Akte, in unterschiedlichen Positionen, die einzelnen Blätter mit Faden zu einem Heft genäht. Einige dieser Hefte sind – aufgeschlagen – in Rahmen eingebracht. Der Faden vom Zusammennähen kringelt sich sichtbar oben und unten und verleiht diesen Zeichnungen ein spielerisches Element.

Die Botschaft von Siglinde Berndts Bildern und Objekten ist ernst, aber sie lässt auch Optimismus zu: Das angedachte Zusammenspiel könnte sich eines Tages zu einem Ganzen zusammenfügen.

Bis 24. Oktober zu sehen

Geöffnet bis 24. Oktober, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung in der Galerie Villa Maria, Rosenheimer Straße 43 in Bad Aibling, Telefon 08061/92770. E-Mail: e.c.geyer@t-online.de.

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