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Veronika Seebass präsentiert im Kunsthof Pösling erlebte Tulpen

Die Schönheit des Vergänglichen

Tulpengemälde von Veronika Seebass. Foto friedrich

Tulpen kennen wir meist als glatte, oft recht künstlich wirkende Gebilde, die aus den Niederlanden an Blumenläden verschickt werden und dann in Blumenvasen gelangen. Eine recht sterile Angelegenheit auf den ersten Blick. Doch der zweite Blick erkennt mehr. Er widmet sich dem zeitlichen Aspekt der Tulpe, ihrer Metamorphose in Form und Farbe.

Die Rosenheimer Kunstpädagogin und Malerin Veronika Seebass hat sich am Beispiel der Tulpe eingehend dem Thema "Vergänglichkeit" gewidmet und präsentiert hierzu im Kunsthof Pösling bei Rosenheim Gemälde in verschiedenen Größen und Variationen.

Seebass ist in Ecuador und München aufgewachsen. Studiert hat sie Kunstgeschichte in München und bildende Kunst bei Professor Westendorp in Bremen. Die Landschaft faszinierte sie zunächst, doch mehr und mehr ging der Blick ins Detail. Anfänglich arbeitete sie flächig, doch lässt sich eine gewisse naturwissenschaftliche Beobachtungsgabe nicht leugnen. Sehr fein erkennt sie winzige äderchen der sich verändernden Blüten. Ein Potpourri in einer Schale birgt ihre "Modelle": Zart und verletzlich drapieren sie sich in dem Rund. Sie haben sich von kräftigen Farben changiert ins Pastell, hauchdünn. "Eine Farbe immer im Vordergrund, Rot, kraftvolles Rot, sehr malerisch, und in unzähligen Farbvaleurs vertieft", kommentierte Thomas Stockerl in einer Einführung. Die Tulpen sind Symbol für einen zeitlichen Prozess, die "Zeit verdichtet sich in Bildern". Trotz ihrer Zartheit im Kleinen entfalten sie in den großen Gemälden eine urtümliche Kraft, sie scheinen sich noch zu bewegen und nach etwas zu greifen. Die Tulpe kann durchaus Macht entfalten: In den Niederlanden entwickelte sich über die Tulpe als Handelsware eine massive Wirtschaftskrise, eine Parallele zur heutigen Situation. Eine eigentümliche, vegetative Spannung geht von den Motiven aus, die Freiräume lassen für Assoziazionen. So bleibt die Malerei für die Besucher lebensnah, lebendig und erlebbar.

Im Kunsthof Pösling sind derzeit bis zu sieben Ateliers verschiedener Künstler. Unter anderen arbeitet hier auch Vermieterin und Keramikerin Hanne Keller, die den Kunsthof mit viel Leben und Besuchern füllen möchte. Am Sonntag, 5. Juli, spielt das Martin-Schwarzenböck-Sextett beim Jazzbrunch ab 10.30 Uhr.

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