Die Schlachten Alexanders

Nach einem Sieg errichteten die Griechen auf dem Schlachtfeld ein Monument aus Holz, ein so genanntes Tropaion. Dort befestigten sie die Waffen der Besiegten. Dieses Siegesmal stammt aus der Alexanderzeit und ist das einzige erhaltene antike Original. Foto Jacob
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Nach einem Sieg errichteten die Griechen auf dem Schlachtfeld ein Monument aus Holz, ein so genanntes Tropaion. Dort befestigten sie die Waffen der Besiegten. Dieses Siegesmal stammt aus der Alexanderzeit und ist das einzige erhaltene antike Original. Foto Jacob

Alexander der Große eroberte das persische Weltreich in nur wenigen Jahren. Entscheidend waren drei große Schlachten des jungen Königs gegen den altorientalischen Feind. Sie fanden am Granikos, bei Issos und bei Gaugamela statt.

Alexanders Truppen hatten eine Stärke von etwa 32000 Mann. Sie bestanden aus 13800 Kriegern aus Makedonien und 18300 Kriegern aus den verbündeten griechischen Stadtstaaten, aus Kreta, Thrakien und Paionien. Neben verschiedenen Reitereinheiten mit etwa 5000 Mann sind verschiedene Fußtruppen zu nennen, wie zum Beispiel die Bogenschützen aus Kreta. Sie trafen am Fluss Granikos in der Nähe von Troja in der heutigen Nordwesttürkei auf das persische Heer. Dessen Größe ist unbekannt, Wissenschaftler schwanken bei ihren Schätzungen zwischen 6000 und 110000 Kriegern! Bekannt ist hingegen, dass der griechische General Memnon, der auf der Seite der Perser stand, denen riet, Alexander und sein Herr durch "verbrannte Erde" auszuschalten. Denn gab es keine Nahrung für das Heer, wäre es auch mit dem Kriegszug vorbei gewesen. Aber man wollte das eigene Land nicht verwüsten und dachte zudem, dass man ohnehin die Makedonen besiegen würde. Deswegen machte sich der persische Großkönig auch nicht die Mühe, aus dem Orient zur Schlacht zu eilen, sondern überließ die Durchführung seinen Statthaltern in Kleinasien. Diese persische Fehleinschätzung war der Anfang vom Ende. Alexander und seine Mannen griffen das Perserheer an. Besonders die Reiterei mit Alexander wagte einen mutigen Vorstoß in die feindlichen Reihen, der allerdings sehr gefährlich war. Einem der persischen Statthalter gelang es, Alexander mit seiner Streitaxt auf den Kopf zu treffen. Noch hielt sein Helm dem Angriff stand, aber der nächste Hieb wäre Alexanders Ende gewesen. Da kam ihm sein Jugendgefährte Kleitos zur Hilfe, tötete den Statthalter und rettete so Alexander das Leben. Die anderen Heereinheiten Alexanders unter der Führung eines alten Generals, der schon für seinen Vater gedient hatte, schlugen sich erfolgreich und konnten so die Perser in die Flucht schlagen.

Alexander zog nun weiter durch Kleinasien und traf dann im November 333 vor Christus bei Issos in der heutigen Südwesttürkei in der Nähe der Stadt Iskenderum - was Alexandria bedeutet - erneut auf das persische Heer. Jetzt war der persische Großkönig selber dabei. Alexander griff wiederum mit seiner Kavallerie tollkühn an und konnte sich bis in die Nähe des Königs durchschlagen. Der bemerkte die drohende persönliche Gefahr und floh. Nach der Flucht ihres Königs zogen sich die Perser zurück und überließen den Makedonen den Sieg.

Alexander erbeutete die mit 3000 Talenten Silber (78000 Kilo) reich gefüllte persische Kriegskasse, verfolgte aber den Perserkönig nicht, sondern zog an der Mittelmeerküste entlang nach Ägypten. Die letzte Schlacht fand am 1. Oktober 331 bei Gaugamela im heutigen Nordirak statt. Ihr war eine Mondfinsternis vorausgegangen, die galt als ein schlechtes Omen für die Perser. Eine babylonische Prophezeiung besagte, dass der Feind dem Land eine Niederlage zufügen wird. Und diese Prophezeiung trat ein. Alexander siegte wiederum durch persönlichen mutigen Einsatz. In der Schlacht soll sich eine gewaltige Anzahl von Kriegern gegenübergestanden haben: Die antiken Autoren nennen für das Heer Alexanders etwa 50000 Soldaten und für das Perserheer 240000. Von ihnen sollen 40000 ums Leben gekommen sein - während auf Alexanders Seite weniger als 300 Mann als Verlust zu beklagen gewesen seien. Sicherlich sind diese hohen Zahlen nicht wörtlich zu nehmen, sie müssen vielmehr als Synonym für "viel" gedeutet werden. In der aktuellen historischen Forschung schätzt man das persische Heer auf etwa 60000 Krieger, das makedonische Heer entsprechend kleiner. Wie in den anderen Schlachten gewann Alexander in Gaugamela mit Hilfe seines wohltrainierten Heeres und seiner Taktik. Nach seinem Triumph ließ er sich als "König von Asien" feiern und zog nach Babylon und danach weiter bis nach Indien.

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