Die Neurosenheimer bei den Bruckmühler Kulturtagen

Mit schelmischem Augenzwinkern

Die Neurosenheimer in Bruckmühl.  Foto  Hinterberger
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Die Neurosenheimer in Bruckmühl. Foto Hinterberger

Als bayerisch neurotische Lebensmusik bezeichnet die vierköpfige Gruppe "Die Neurosenheimer", die im Rahmen der Bruckmühler Kulturtage ein Benefizkonzert zu Gunsten des Vereins "Donum Vitae" in der Mehrzweckhalle Götting gab, selbst ihre humorvolle, hausgemachte Musik. Die künstlerische Eigenheit der extravaganten Gruppe liegt vor allem in der gelungenen Mischung aus kabarettistisch angehauchten Anekdoten und qualitativ hochwertigen Musikeinlagen mit Heimateinschlag. Jedem der aus dem Leben gegriffenen Titel mit Lachgarantie ging eine amüsante Erzählung rund um die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Liedes voraus. Dieses hüllten die gut aufeinander abgestimmten Instrumentalisten mit Tuba, Akkordeon, Klarinette, Querflöte und vielen anderen Instrumenten sodann gelungen in ein zum Text passendes musikalisches Gewand.

Dabei zeichneten sich die abwechslungsreichen Eigenkompositionen der jungen Bühnenkünstler durch Kreativität und Gespür für ihre ganz eigene humoristische Note aus. Wer hätte schließlich vor dem Konzertbesuch gewusst, dass mit dem innovativen Verb "gschwandtnern" gemeint ist, "seine Befindlichkeit aufgrund eines temporären Burn-outs beim Kaffeetrinken zu verbessern"? Ziel der Wortneuschöpfung ist übrigens der Einzug in den Duden.

Für besonderes Amüsement sorgten die "Neurosenheimer" mit ihrem Lied "Bläd frogn", in dem sie einige gängige Fragestellungen des täglichen Lebens auf den Prüfstand stellten. Denn wie angebracht ist beispielsweise ein "Hast du dir weh getan" zu einer gerade vom Fahrrad gefallenen Frau mit blutendem Knie oder ein "Bist du schon daheim" zum Gesprächspartner an der anderen Festnetzleitung?

Als gelungenes Bindeglied erwiesen sich die zwischendrin eingeflochtenen beschwingten Instrumentalstücke, bei denen passagenweise ein immer anderes Instrument den musikalischen Führungspart übernahm. Auch hier fehlte erfreulicher Weise nie das gewisse schelmische Augenzwinkern.

Auch einer Randgruppe unserer Gesellschaft schenkte man in Götting verstärkt Aufmerksamkeit: Den Mneschen, die von Euro in D-Mark, also in "echtes Geld" umrechnen. Einfallsreicher Tipp für diese Spezies war: "Umrechnen derfst nimma, des macht's immer noch schlimmer!"

Die "Neurosenheimer" fanden bei den Bruckmühler Kulturtagen nicht zuletzt deshalb so großen Anklang, weil sie es verstanden, ihre eigene Sichtweise auf das Leben und die Eigenarten der Menschen in eine neue musikalisch-kabarettistische Sprache zu übersetzen, die auf witzige Art und Weise ganz nebenbei so manch sonderbare Manier entlarvt.

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