Rückkehr der Rampensäue

Egg Maroc: nach 13 Jahren wieder auf der Bühne. Friedrich
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Egg Maroc: nach 13 Jahren wieder auf der Bühne. Friedrich

In einer Doppel-Session konnten die Besucher der Rosenheimer Asta-Kneipe zwei interessante Bands hintereinander hören.

Den Auftakt machte „Nikolaus Wolf“. Die Band um Michi Rieder spielte ruhige, sehr schöne Songs mit psychedelischem Folk-Flair. Mit viel Ernsthaftigkeit und Tiefe und einer in bester Tradition gespielten Gitarre gewann die Band sicher viele neue Sympathien.

Gleich bei zwei Konzerten hintereinander standen die Jungs von Egg Maroc auf der Bühne: Am Tag zuvor beim Bandfestival in Feldwies harrten viele Gäste lang aus, um die von früher bekannte Kultband zu erleben, die sich nach legendären Auftritten in den Neunzigern nach 13 Jahren wiedervereinigt hat. Im Mittelpunkt steht nach wie vor „Front-Tier“ und „Rampensau“ Matthew McCarthy, ein richtig wilder Kerl mit mitreißender Mimik und Gestik und einer mächtigen Stimme. Gitarren, Schlagzeug und Bluesharp waren weitere Ingredienzen für einen überzeugenden Auftritt der Band, die phasenweise an „Cream“ oder „Golden Earring“ erinnert. Eine Besonderheit im Klangkörper waren die Passagen, die der ausgebildete Kirchenorganist Klaus Kammerloher dem Ganzen aufsetzte. Wie früher Jon Lord von Deep Purple wirbelte er über seine Tastatur und setzte gelungene Melodiepassagen – ein schöner Konterpart zum dynamischen Gitarrengewitter seiner Mitstreiter, die einige originelle Arrangements mit überraschenden Breaks zu bieten hatten. Die tanzwütigen Zuschauer in der Asta-Kneipe gingen jedenfalls bei der Rückkehr der „Rampensäue“ von Anfang an voll mit und bewiesen, dass guter Bluesrock zeitlos gut ankommt.

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