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Zeuge von Angriff, Tod und Vernichtung

Rosenheimer Verleger Klaus Förg befasst sich mit einem Soldatenschicksal im Zweiten Weltkrieg

Klaus G. Förg: „Unglaubliches überstanden/Ein Soldatenschicksal im Zweiten Weltkrieg“. Edition Förg 2021, 352 Seiten, 19,95 Euro.
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Klaus G. Förg: „Unglaubliches überstanden/Ein Soldatenschicksal im Zweiten Weltkrieg“. Edition Förg 2021, 352 Seiten, 19,95 Euro.

In seinem neuen Buch „Unglaubliches überstanden: Ein Soldatenschicksal im Zweiten Weltkrieg“ erzählt der Rosenheimer Verleger Klaus G- Förg die spannende Lebensgeschichte eines deutschen Soldaten, der während seiner Karriere den Krieg und den Nationalsozialismus immer mehr ablehnte.

Rosenheim – Man könnte annehmen, dass ein hochrangiger Offizier der Wehrmacht in seiner Autobiografie Kriegshandlungen der Deutschen wohlwollend oder verharmlosend darstellt und versucht, Kriegsverbrechen zu relativieren.

Nicht so der 1917 in Aschaffenburg geborene Eberhard Dennerlein, der es bis zum Major gebracht hatte und im Dezember 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde.

Auf Basis von Tagebüchern

Der Rosenheimer Verleger und Autor Klaus G. Förg hat die autobiografischen Aufzeichnungen Dennerleins, die auf der Basis von Tagebucheintragungen und späteren Notizen entstanden sind, zu einer spannenden Lebensgeschichte verwoben und damit seiner Zeitzeugenreihe einen weiteren Baustein hinzugefügt. In Förgs Bandreihe sind bereits bereits Darstellungen aus der Sicht einfacher Soldaten, eines Jagdfliegers, amerikanischer Besatzer und eines geflohenen KZ-Häftlings erschienen.

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Jetzt geht es in um einen Pionieroffizier, dessen Vater bereits im Ersten Weltkrieg Karriere im Militär gemacht und es im Zweiten Weltkrieg bis zum General gebracht hatte, sodass der Sohn schon als Gymnasiast automatisch „in das Dritte Reich und den Nationalsozialismus als Weltanschauung hineingeraten“ ist und danach die Offizierslaufbahn eingeschlagen hat.

Offizierslaufbahn eingeschlagen

Die häufigen Versetzungen des Vaters und die eigene Ausbildung lassen den jungen Dennerlein weit herumkommen: Ingolstadt, Ohrdruf, Dresden, Ulm, München und Kassel gehören zu den frühen Wohnorten. Dennerlein ist von Anfang am Kriegsgeschehen beteiligt und beschreibt die einzelnen Stationen des Krieges.

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Dabei wird deutlich, wie seine anfängliche Begeisterung im Laufe der Zeit immer mehr einer wachsenden Skepsis Platz macht und schließlich in eine Ablehnung von Krieg und Nationalsozialismus mündet. So bezeichnet er die Besetzung von Böhmen und Mähren als „eklatante Völkerrechtsverletzung“ oder schildert genau die Inszenierung eines angeblichen Anschlags auf den Sender Gleiwitz als Vorwand für den Überfall auf Polen.

„Zu Mördern werden lassen“

Bei seinen topografisch genau nachvollziehbaren Schilderungen des raschen Vormarsches erweist sich Dennerlein immer wieder als Zeuge von Angriff, Tod und Vernichtung: „Frauen, Kinder oder Alte wurden vertrieben, Männer einfach erschossen und liegen gelassen. Eine fanatisierende Propaganda und verbrecherische Befehle haben uns zu Mördern werden lassen.“

Nach dem Feldzug in Polen ist Dennerlein 1940 beim Angriff auf Frankreich dabei, erlebt auch hier das Grauen und erhebt „Anklage gegen die Brandstifter des Krieges in Frankreich“. Während die Niederlage bei Stalingrad die Wende des Zweiten Weltkriegs einleitet, wird Dennerlein 1943 frisch verheiratet nach Russland und in die Ukraine geschickt.

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Er wird verwundet, erlebt die Kämpfe in den russischen Pripjetsümpfen und wird 1944 kurz nach Italien geschickt. 1945 wird er Zeuge des Luftangriffs auf Dresden und gerät nach einer abenteuerlichen Flucht Richtung bayerische Heimat in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Einblicke in grausame Zeit

So schildert der letzte Teil des Buches fünf Jahre Gefangenschaft in verschiedenen Orten, wobei Dennerlein die meiste Zeit in dem Lager Rustawi bei Tiflis im Kaukasus verbringt.

Klaus G. Förg ist ein lehrreiches und fesselndes Buch gelungen, das gerade auch jungen Leuten Einblicke in eine für sie ferne und grausame Zeit gewährt.

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