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ERSCHÜTTERNDES SCHICKSAL

Rosenheimer Autorin schreibt über verbotene Liebe im Dritten Reich

„Von Liebe und Hoffnung“, Familienschicksale im Dritten Reich. Rosenheimer Verlagshaus, 22 Euro.re
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„Von Liebe und Hoffnung“, Familienschicksale im Dritten Reich. Rosenheimer Verlagshaus, 22 Euro.re

Rosenheim im Jahre 1933: Die zwölfjährige Hannah stapft mit ihrem jüdischen Freund Jacob durch den Schnee nach Hause. Nur wenige Jahre später sind beide ein unzertrennliches Liebespaar: eine lebensgefährliche Situation in Zeiten der NS-Diktatur.

Rosenheim – Die junge Rosenheimer Autorin Raphaela Höfner hat dieses erschütternde Schicksal in ihrem Debüt-Roman „Von Liebe und Hoffnung“ gestaltet, und es ist ihr damit eine spannende, mitreißende und gleichermaßen emotional einfühlsame Geschichte von der Hand gegangen.

Aus verschiedenen Perspektive erzählt

Höfner gelingt es, den fiktiven Romanfiguren Leben einzuhauchen und deren Innerstes sichtbar zu machen. Dabei wechselt sie immer wieder die Perspektive und gewährt den Lesern Einblick in die Gefühle und Gedanken Hannahs und Jacobs, aber auch anderer Figuren, wie des karrieresüchtigen SS-Manns Erich Winter oder ihres Bruders Hermann, der in München Medizin studiert, Kontakt zum Widerstand aufnimmt und sich in eine mondäne Schauspielerin verliebt.

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Sorgsam komponierte Handlung

Immer wieder verknüpft die Autorin ihre sorgsam komponierten Handlungsstränge mit detailreich recherchierten zeitgeschichtlichen Ereignissen zwischen 1933 und 1940. Neben dem Berliner Reichstagsbrand vom Februar 1933 und der Pogromnacht vom 9. November 1938, in der Nazis die elterliche Apotheke Jacobs verwüsten, ist es vor allem Georg Elsers gescheitertes Attentat auf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller 1939, das mit der Romanhandlung spannend verwoben wird. Hinzu kommen zahlreiche regionale Bezüge wie das Rosenheimer Herbstfest, das Jahrhunderthochwasser Ende Mai 1940 oder Hitlers Rede auf dem Max-Josephs-Platz am 11. August 1935. Bewegend ist auch die Szene, in der es Hannah zusammen mit ihrem Vater, einem angesehenen Rosenheimer Arzt, gelingt, Jacob und dessen Vater aus dem KZ in Stephanskirchen herauszuholen.

Eine große Liebe

Rückblicke wie etwa auf die Erlebnisse von Hannahs und Jacobs befreundeten Vätern im Ersten Weltkrieg oder auf die Kindheit Erich Winters in Ostpreußen festigen die kausale Struktur des Romans.

Im Mittelpunkt steht freilich die große Liebe zwischen Hannah und Jacob, die durch die immer schlimmer werdende Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Mitbürger und die zunehmende Verrohung der Gesellschaft aufs Äußerste gefährdet ist und mehrmals auf die Probe gestellt wird. Der Schluss ist offen, nicht zuletzt deshalb, weil der Roman den ersten Teil einer groß angelegten Trilogie darstellt, der schon bald seine Fortsetzung finden soll.

Trilogie geplant

Raphaela Höfner reiht sich mit diesen „Familienschicksalen im Dritten Reich“, so der Untertitel, in die Liste der zeitgeschichtlichen Romane des Rosenheimer Verlagshauses ein, die gerade jugendlichen Lesern sehr zu empfehlen sind, weil sie den Alltag und die individuellen Erfahrungen vergangener Zeit hautnah miterleben lassen. Gerade Höfners Roman, zum großen Teil erzählt aus der Perspektive der jugendlichen Hannah, bietet Identifikationsmöglichkeiten an und ist so auch als Schullektüre geeignet. Richard Prechtl

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