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Lesermeinungen

Ein teurer Irrsinn? Das sagen Bürger aus der Region Rosenheim zur Biotonne

Die Entscheidung ist gefallen: In Rosenheim wird es ab 2025 eine Biotonne geben.
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Die Entscheidung ist gefallen: In Rosenheim wird es ab 2025 eine Biotonne geben.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Es ist ein Thema, das die Bürger schon jetzt beschäftigt: Ab 2025 bekommt Rosenheim eine Biotonne, die wöchentlich geleert wird. Die Restmülltonne wird dafür nur noch alle 14 Tage abgeholt. Der Unmut über die Entscheidung ist groß - aus gleich mehreren Gründen.

Rosenheim - Die geplante Einführung der Biotonne schlägt weiterhin hohe Wellen. Zwar haben sich die Rosenheimer Stadträte nach einer jahrelangen Diskussion auf eine Lösung geeinigt, doch nach wie vor gibt es zahlreiche offene Fragen. So steht im Moment weder fest, wie viele Mehrkosten auf jeden einzelnen Bürger zukommen, noch wie genau Einführung umgesetzt werden soll. Die Bürger der Stadt haben schon jetzt eine klare Meinung - das haben gleich mehrere Zuschriften aus den vergangenen Tagen gezeigt.

Nikolaus Oppenrieder (Rosenheim): In der kreisunmittelbaren Stadt Rosenheim gibt es ein perfekt organisiertes Entsorgungssystem für alle Arten von Reststoffen. Die Bürger sind zur Mülltrennung verpflichtet und bringen den sortierten Abfall zu den Wertstoffinseln oder in den Baubetriebshof an der Innlände. Klappt bestens, alle sind zufrieden. An den Werstoffinseln gibt es auch Container mit der Aufschrift „Kompostierbare Stoffe“. Auch säuberlich beschriftet mit dem, was dort rein darf und was nicht. Deshalb fehlt mir komplett das Verständnis für die nun im Stadtrat beschlossene Biotonne, beziehungsweise was darin separat gesammelt werden soll. Etwa die drei abgenagten Hühnerbeine und der halbe übrig gebliebene schimmelnde Semmelknödel? Und dafür diesen irrsinngen Aufwand mit unüberschaubaren Kosten für Stadt und Bürger. Noch dazu verknüpft mit einem zweiwöchigen Abholmodus für den Restmüll? Schmarren hoch drei sage ich da! All das, was im Haushalt nach der Trennung noch übrig ist, gehört in den Restmüll und wird in der exzellent arbeitenden Verbrennung thermisch verwertet, und zwar ohne erst vergärt und dann in Gas verwandelt worden zu sein. Bürger wehrt Euch!

Klara Raß (Rosenheim): Auch die Restmülltonne stinkt bei 14-tägiger Ausleerung. Auf Kosten der Bürger wird einfach entschieden. Viele Rosenheimer Bürger haben einen Garten und auch einen Kompostbehälter, diese Bürger sind hoffentlich von der Biotonne befreit. In vielen Städten ist es so, zum Beispiel in Bad Homburg. Mir „stinkt“ beides, die Biotonne und die 14-tägige Leerung der Restmülltonne und obendrein die Mehrkosten. Bitte beachten Sie auch die Situation der Familien mit Kleinkindern, Windelabfall usw.

Dr. Dr. Günter Wenz (Rosenheim): Die jetzt beschlossene Vereinbarung bezüglich der Einführung einer Biotonne, sowie der zweiwöchentlichen Abholung der Restmülltonnen ist hier im Anwesen Rosenheim, Innstraße 9 und 9a nicht vernünftig, beziehungsweise nicht durchführbar. Es befinden sich hier drei Wohneinheiten mit fünf Erwachsenen und einem Kleinkind, sowie ein Büro mit zwei Angestellten und eine zahnärztliche Praxis mit zehn Beschäftigten. Die zunächst erwähnten Bewohner erzeugen hier in der Innenstadt eine tägliche Menge an Biomüll, die leicht in einer Tüte Platz hat. Alleine in der Praxis entsteht durch die vorgegebenen Hygienevorschriften die Menge von beschmutzten Papier-Einmalprodukten – Abdecktücher, Kleidung, Scheuertücher usw. – in einer Größenordnung von vier bis fünf Müllsäcken pro Tag. Es ist unsinnig und auch unmöglich, diesen, eindeutig zum Restmüll deklarieren, verunreinigten Abfall, zwei Wochen lang in den Tonnen zu belassen, während andererseits wenige Tüten Biomüll wöchentlich von der Müllabfuhr abgeholt werden.

Dr. Evelyn und Hansjörg Frick (Rosenheim): Biotonne – ein unüberlegter Schnellschuss Wie viele umweltbewusste Rosenheimer haben wir einen Komposter im Garten. Wir brauchen also keine Biotonne. Werden wir jetzt gezwungen, eine Biotonne als reine Dekoration aufzustellen? Und müssen wir dafür auch noch zahlen!? Als engagierte Mülltrenner reicht uns seit Jahren eine 40 Liter Restmülltonne. Diese soll jetzt nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch alle zwei Wochen gelehrt werden. Wie sieht das dann mit den Gebühren aus? Bezahlen wir dann für die halbe Leistung den bisherigen Preis? Das wäre eine Verdoppelung der Gebühren. Falls uns die 40 Liter Tonne alle zwei Wochen doch nicht ausreichen sollte, dann müssten wir auf die teureren 60- oder 80-Liter-Tonnen umsteigen. Derzeit zahlen wir 1,34 Euro pro Leerung. Bei nur zweiwöchiger Leerung bei gleichbleibenden Gebühren wären es 2,68 Euro pro Leerung. Falls wir auf eine 80 Liter Tonne umsteigen müssten, wären das 5,36 Euro pro Leerung. Das würde eine Erhöhung der Gebühren um 400 Prozent bedeuten. Werden für die Biotonne, selbst wenn sie nicht gebraucht wird und nur leer herum steht, noch zusätzliche Gebühren erhoben? Zahlen wir dann doppelt, für die Restmülltonne und die nicht gebrauchte Biotonne? Über die Einführung einer Biotonne sollte kräftig nachgedacht werden.

Theo Auer (Rosenheim): Was im Umweltausschuss des Stadtrates beschlossen wurde spottet jeder Beschreibung. Man stellt sich die Frage ob die Stadträte in der derselben Stadt wohnen? Es wurde tatsächlich beschlossen, eine Biotonne pro Haushalt zu veranlassen. Auf die Anregung von Stadtrat Bergmüller, welcher auch der Oberbürgermeister zuzustimmen vermochte, an mehreren Orten innerhalb der Stadt Sammel-Biotonnen aufzustellen ging niemand ein! Dabei wäre dies nicht nur die kostengünstigste Version der Biomüll-Sammlung, sondern durch die vorgegebene gesetzliche Regelung gedeckt die ein „Bringsystem“ zulässt. Warum hat der Rosenheimer Landkreis genau einen solchen Beschluss gefasst? Dann begriffen die Räte, dass dies in Zeiten der Teuerung kaum opportun sein könne. Denn der Kostenaufwand für die Stadt und folglich auch für die Bürger wäre kaum bürgerfreundlich. So kam man auf die Idee, weil wöchentliche Biomüll-Leerung zwar nötig, aber zu teuer werden könnte, nun die Restmüll-Tonnen nur noch 14-tägig zu leeren. Bevor der Stadtrat das beschließt, wäre es hilfreich zum Beispiel bei der GRWS zu fragen wie es sich mit der Müllbelastung verhält. Einer der Stadträte erklärte mir im Anschluss wörtlich: „Ein anderer Antrag wäre nicht mehrheitsfähig gewesen“! Wenn im Stadtrat Ideologie den Vorrang vor sachlichen Argumenten und gegebenen Umständen hat, dann muss sich diese Institution nicht wundern wenn die Wähler zunehmend zuhause bleiben.“

Helga Bachmaier (Raubling): Ich verstehe die Aufregung wegen der geplanten verpflichtenden Biotonne. Was ich aber nicht verstehe, ist die Empörung über die 14-tägige Leerung der Restmülltonne. Diese Tonnen werden bei den Bürgern im Landkreis (Bürger 2. Klasse ?) seit langer Zeit nur alle zwei Wochen geleert. Aber ein Unding ist es aus meiner Sicht, die Biotonne verpflichtend einzuführen. Den Bürgern in der Innenstadt ohne Garten und der Möglichkeit der Eigenkompostierung sollte man eine Biotonne anbieten, so wie zum Beispiel die Altpapiertonne. Ich kann mich entscheiden, sie zu nehmen oder Altpapier/kompostierbare Stoffe selbst zur Sammelstelle bringen. Aber was ist mit den Bürgern am Stadtrand oder in den eingemeindeten Gebieten wie zum Beispiel Aising und Pang ? Viele davon haben einen eigenen Garten und darin einen Komposthaufen. Komposterde ist ein Segen für Gemüsegarten und Blumenbeete. Sollen diese Bürger jetzt ihren Komposter auflösen und ihre Garten- und pflanzlichen Küchenabfälle nun in die Biotonne werfen müssen? Das kann doch wohl nur ein Schildbürgerstreich sein. Am Nachhaltigsten und Umweltfreundlichsten ist es doch zweifellos, eine Kompostieranlage auf dem eigenen Grundstück zu betreiben, als zusätzliche Plastiktonnen zu produzieren und die Abfälle mit Fahrzeugen (mehr Schadstoffe und Verkehr) spazieren zu karren. Ich wohne in Großholzhausen mit Garten und Kompostieranlage und ich würde mich mit allen Mitteln zur Wehr setzen, wenn mir ein Zwang zur Biotonne aufs Auge gedrückt würde. Ich würde keine Minute zögern, eine Klage gegen meine Gemeinde einzureichen und zur Sammelklage aufrufen.

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