Scheuermüller, Hammermeier und die Dame am Klavier

In Raubling neue Freunde gefunden

Die Dame am Klavier, Frau Hammermeier, und Herr Scheuermüller boten einen wahrlich bunten Abend.  Foto  Sieberath
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Die Dame am Klavier, Frau Hammermeier, und Herr Scheuermüller boten einen wahrlich bunten Abend. Foto Sieberath

Musikkabarett zum Schmunzeln und Nachdenken, zum Mitschunkeln und Rotwerden, zum Gruseln und Träumen - das Trio "Scheuermüller, Hammermeier und die Dame am Klavier" überzeugte mit einem abwechslungsreichen und perfekt vorgetragenen Lieder-Kabarettabend in der Gemeindehalle Raubling. Die Themen der Lieder stammen aus dem täglichen Leben, von Internetnutzung und Einzelhandel, Paketzustellung und Navigationsgeräten, Servicewüste Deutschland und wahre Schönheit bis hin zu Pornos und Toleranz.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Künstlertreff Raubling im Rahmen seiner Kulturwoche.

"Lasst uns bitte Freunde bleiben", so lautet der Titel des ersten abendfüllenden Programms der Münchner Nachwuchskünstler ohne Vornamen und der namenlosen Dame am Klavier. Die drei talentierten Spaßvögel haben nicht nur ihre Freunde behalten, sondern gewiss noch eine Menge neuer Freunde gefunden. Neben Udo-Jürgens-Variationen zu: "Vielen Dank für die Blumen, amüsierte auch die eigenwillige Interpretation eines Duetts, das gar kein Duett ist, die Zuhörer. Und dass aus urheberrechtlichen Gründen nur die ersten Takte von Helene Fischers "Atemlos" angesungen werden durften, bevor eine sireneneingeläutete Pause von genau drei Minuten und 39 Sekunden überbrückt werden musste, fand Beifall.

Mit wohlklingendem Tenor schmetterte Scheuermüller im Duett mit Hammermeier eine etwas makabre, selbstkomponierte Alpenoperette. Darin wird nicht nur die Freude eines Liebespaares im Park Tauben zu vergiften thematisiert, bevor es über internationalen Drogenhandel beim Wiener Opernball geht, sondern auch das blutrünstige Wiegenlied "Hänsel und Gretel". An alle, die "sich einsam fühlen, ausgegrenzt, alleine, anders sind", so Hammermeier, richtet sich der Song "You have more friends, than you know", ein Liebesbekenntnis für alle Schwulen und Lesben, ein Plädoyer für Toleranz und Miteinander.

Stets perfekt begleitet wurden die Sänger von Marlene, der Dame am Klavier, die nicht nur nach Bedarf das Keyboard malträtierte, sondern als faszinierende Goethe-Rezitatorin das Publikum überraschte. Als Zugabe gab es Melodramatisches von Great Gonzo von den Muppets: "I`m going to go back there someday." Passend beendet mit Jubelschrei aus der angrenzenden Fußballerkabine des TuS Raubling.

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