Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


FINALE GRANDE IN IMMLING

Quirlige Arienshow der Opernsänger: „Wir machen die Stars!“

Mit dem Sektglas in der Handstimmten sie „Libiamo“ an: (von links) Jenish Ysmanov, Yana Kleyn, Lianghua Gong, Tamara Gura und Modestas Sedleviius.
+
Mit dem Sektglas in der Handstimmten sie „Libiamo“ an: (von links) Jenish Ysmanov, Yana Kleyn, Lianghua Gong, Tamara Gura und Modestas Sedleviius.

Gleich dreifach endete das Festival Immling mit dem „Grande finale“, einer Arien-Show der besten Opernsänger der Opern, die heuer gespielt wurden. Zu Recht ist Festspielintendant Ludwig Baumann stolz auf seine Sänger: „Die anderen haben die Stars – wir machen sie!“

Immling – Gemachte Stars waren sie allemal, die fünf Sänger und Sängerinnen, die Arien-Höhepunkte in bunter Abfolge boten, darunter größere Szenenfolgen aus Rossinis „Barbier von Sevilla“, aus Puccinis „La Bohéme“ und aus Bizets „Carmen“.

Unter vier Dirigenten

Doch zuvor seien die übrigen Mitwirkenden genannt: Das Festivalorchester Immling spielte hier gleich unter vier Dirigenten: Cornelia von Kerssenbrock begann fröhlich-wirbelig und gleichzeitig tänzerisch mit Rossinis „La Danza“ und endete mit den „Polowetzer Tänzen“ aus „Fürst Igor“ von Alexander Borodin.

Souveräner Klang

Immer wieder stellt man hocherfreut fest, wie sie jedes Partitur-Detail im Kopf hat und souverän in Klang umsetzt. Sie übergab später den Stab an Ayyub Guliyev, Archil Ushveridze und Mikheil Edisherashvili: Unter allen Dirigenten überzeugte das Orchester durch feinnervigen Klang, rhythmische Präzision und duftige Farbigkeit, aufwühlende Dramatik und rassigen Drive und – wenn nötig – auch durch fetziges Tschingderassabum. Eine orchestrale Überraschung war die „Keroglu“-Ouvertüre von Üzeyir Hacıbyov: orientalisch anmutend, tanzlustig und dann in einen jubelnden Hymnus mündend.

Stimmstarker Chor

Ebenso großen Anteil an dem Abend hatte der stimmstarke Chor: Sowohl die beherzt-pathetischen Männerstimmen (in „Evvivai!“ aus Verdis „Ernani“) als auch die zarten und doch bestimmten Frauenstimmen (aus der Oper „Schneeflöckchen“ von Rimsky-Korsakov) glänzten, zusammen gestalteten sie inniges Flehen („Gerusalem“ aus Verdis „I Lombardi“) und natürlich großes Theater im „Gefangenenchor“ aus Verdis „Nabucco“.

Technisch hervorragend sangen alle Solisten. Das ist aber nur die Voraussetzung für situationsgerechte Interpretation: Modestas Sedlevius aus Litauen hat einen geschmeidigen, aber auch kernigen Kavaliersbariton voll viriler Eleganz, ist ein ansehnliches Mannsbild und spielt sehr gut Theater, seine Bühnenpräsenz wirkt unmittelbar, ob als quirliger Figaro (aus dem „Barbier von Sevilla“), als testosterongeschwängerter Torero (aus „Carmen“) oder als vorgeblich trinkseliger Hamlet (in „Hamlet“ von Ambroise Thomas).

Weitere Nachrichten aus der regionalen Kultur finden Sie hier.

Der chinesische Tenor Lianghua Gong stemmt mühelos die neun hohen Cs in der Arie des Tonio aus der „Regimentstochter“ von Donizetti, leise zart beginnt er „Una furtiva lagrima“ (aus Donizettis „Liebestrank“): Die hohe Kunst des Piano-Gesangs beherrscht er bestens. Mehr Raum bekommt der kirgisische Tenor Jenish Ysmanov: Verzweiflung und Liebesschmerz bebt in seinem kraftvollen Tenor in der Arie aus Verdis „Luisa Miller“, aufblühende Liebe lässt er als Rodolfo (in „La Bohème“) deutlich hören und überschäumend-trinkfreudig zeigt er sich als Turiddu in „Cavalleria Rusticana“ von Mascagni. Er kann sich leicht auf allen Opernbühnen der Welt behaupten. Als er und Lianghua Gong sich „Nessun dorma“ zuerst teilten und dann zusammen den Spitzenton sangen, schwappte allerdings dieser feine Opernabend etwas ins stimmprotzenhaft Klamaukige.

Wahres Bühnentier

Tamara Gura aus Amerika ist ein wahres Bühnentier: Ihren dunkelgetönten und volltönenden, gut geführten und mühelos den Saal füllenden Mezzo kann sie dramatisch packend einfärben (so in „Una voce poco fà“ aus dem „Barbier“), innig zart fließen (im „Lied an den Mond“) und dann aber als Carmen erotisch aufgeputscht lockend strömen lassen.

Mehr zu Kultur aus der Region: Fantastisches Musiktheater mit „KraftWagen“: Buntes Musikfeuerwerk in Kiefersfelden

Zugabe mit Sektglas

Von innen heraus glühend auch im gut gestützten Piano erweist sich der Sopran von Yana Kleyn aus Russland in der „Pace“-Arie aus Verdis „Macht des Schicksals“, mädchenhaft liebend in der Arie der Mimi aus „La Bohème“ und innig zart fließend im „Lied an den Mond“ aus Dvoáks „Rusalka“. In der gern gewährten Zugabe stimmten alle fünf Sänger(inn)en mit dem Sektglas in der Hand fröhlich-ausgelassen das „Libiamo“ aus Verdis „La Traviata“ an und Jenish Ysmanov steuerte schließlich noch das Lied „Caruso“ von Lucio Dalla bei, das auch Luciano Pavarotti so gerne und gut sang.

Mehr zum Thema

Kommentare