Powerduo gibt Pfeffer im „Le Pirate“

Ein Glücksgriff gleich zum Start der neuen Reihe „Miniatures“ im „Le Pirate“: Das Duo Bernd Reiter (Schlagzeug) und Matthias Bublath (Hammonorgel).
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Ein Glücksgriff gleich zum Start der neuen Reihe „Miniatures“ im „Le Pirate“: Das Duo Bernd Reiter (Schlagzeug) und Matthias Bublath (Hammonorgel).

Es geht wieder los mit dem Betrieb in Rosenheims „Jazzwohnzimmer“ – dem kleinen „Le Pirate“ am Ludwigsplatz, in dem nicht nur regionale Musikgrößen, sondern immer wieder auch Weltstars gastieren. Zum Auftakt gaben Österreichs Schlagzeuger Bernd Reiter und Matthias Bublath an der Hammondorgel ein Konzert.

Rosenheim – Nach dem kompletten Lockdown und dem für den Jazzclub mangels Außenbewirtschaftung unrentablen Biergartensommer versucht das Team um Pächter Thomas Jonas, Programmleiter Wolfgang Lentner und dem Förderverein den Neustart zum Herbst. Die Hoffnung auf bessere Einnahmen liegen dabei auch im regulären Barbetrieb mit kleiner Speisekarte, denn die Betriebskosten schlagen zu Buche und die staatliche Überbrückungshilfe ist ausgelaufen.

Neue Reihe mit dem Titel „Miniaturen“

Hochkarätige Musik bot das Konzert am Eröffnungsabend in der Reihe „Miniatures“, bei der auf der kleinen Bühne aus Covid-Gründen jeweils zwei Musiker auf der Bühne stehen. Den Auftakt machten Österreichs „Jazzdrummer des Jahres“ Bernd Reiter und Matthias Bublath an der Hammondorgel. Der geplante erste Durchgang um 19.30 Uhr wurde leider nur spärlich nachgefragt und abgesagt, daher spielte das Duo den zweiten Durchgang um 21 Uhr länger und wie ein normales Konzert im mit 25 Personen pandemiebedingt vollen Club.

Los ging’s mit einem Powerstück im Up-tempo aus der Feder von John Coltrane. Die Musiker entwickelten einen enorm treibenden Sound, der von Beginn an mitriss. Bud Powells Klassiker „Celia“ mit anspruchsvoll vertrackter Rhythmik zwang Reiter und Bublath zu erhöhter Konzentration, ein Ohrenschmankerl nicht nur für Spezialisten. Es ging weiter mit Musik aus dem Kreis des Blue-Note-Labels, mit Bebop- und Funkeinflüssen und einem Stück von Grant Green, ebenfalls sehr dynamisch und jazzrockig zum Mitgrooven, gefolgt von einer dezenten Ballade zum Durchatmen.

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Das Powerduo Bublath und Reiter nahm jedoch schnell wieder Fahrt auf mit Bublaths Komposition „Pepper“ imd pfefferte gehörige Tempo- und Rhythmusattacken in den Raum zur Begeisterung der Gäste. Dexter Gordons „Driftin´“ in einer Herbie-Hancock-Version schloss tempo- und variantenreich den ersten Set ab.

Etwas ruhiger stiegen Schlagzeuger und Hammondorganist nach der Lüftungspause ein. „Evidence“ von Thelonious Monk war nur einer von mehreren Höhepunkten – das Duo agierte auf hohem Niveau, streute immer wieder feine klangliche Einsprengsel und Raffinessen ein und steigerte wiederum das Tempo mit einem Stück von Jimmy Smith. Reiter bekam hier „sein“ Schlagzeugsolo, wie auch Bublath ein komplettes Solostück zum „Runterkommen“, fein und melodisch.

Nächste Konzerte bereits am 3. Oktober

Die Kombination aus Schlagzeug und Orgel mit den zwei unbestrittenen Könnern erwies sich als idealer Einstieg für die neue Saison im „Pirate“. Die Fortsetzung folgt mit Titus Waldenfels (Saiteninstrumente) und Margreth Außerlechner (Gesang, Ukulele und Theremin). Am Samstag, 3. Oktober. finden um 19.30 Uhr und um 21 Uhr zwei Konzerte statt. Reservierungen unter Reservierungen unter wolfganglentner@web.de oder Telefon 08031/7968034.

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