Operetten-Arien in Wasserburger Pop-up-Biergarten: Leichte Musikkost zur kühlen Mass

Sie boten Operetten-Arien: (von links): Hanna Obermeier-Liebl, Ivana Jovanovic, Monika Lichtenegger und Wilfried Michl.
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Sie boten Operetten-Arien: (von links): Hanna Obermeier-Liebl, Ivana Jovanovic, Monika Lichtenegger und Wilfried Michl.
  • vonRainer W. Janka
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Corona macht kreativ: Weil die üblichen Auftrittsmöglichkeiten für Künstler weitgehend wegfallen, haben sich die Stadt Wasserburg und findige Veranstalter etwas ausgedacht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes Genuss für nahezu alle Sinne.

Wasserburg – Auf der derzeitigen Brache beim Wasserburger Busbahnhof, auf der künftig die Feuerwehrwache stehen wird,ist ein Pop-up-Biergarten entstanden mit Biertischen, Liegestühlen, einem Kinderspielplatz und einer kleinen Bühne, die Künstlern zum Auftritt dient: Blasmusikern, Jazzern – und auch dem Ensemble Dolce Vita. Dieses vierköpfige Ensemble bot Operetten-Arien und Wiener Walzer: Oben auf der Bühne herrschte also Champagner-Beschwingtheit und unten an den Tischen Bierseligkeit.

Zwei Sänger, zwei Musiker

Zwei Sänger sind’s und zwei Musiker: Die Sopranistin Monika Lichtenegger und der Bariton Wilfried Michl singen alleine und im Duett, die Flötistin Ivana Jovanovic und die Gitarristin Hanna Obermeier-Liebl bilden das „Orchester“. Die ausgewählte Musik musste also für diese Formation arrangiert werden – eine mühsame Arbeit.

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Es funktioniert mal mehr, mal weniger: Der berühmte Csárdás von Vittorio Monti kam, virtuos geflötet und delikat gezupft, flott und fetzig daher, die noch berühmteren Walzer von Johann Strauß (der „Kaiserwalzer“ und der „Donauwalzer“) blieben doch, weil bloß auf die Melodie und den Dreiertakt gedünnt, musikalisch ausgetrocknet.

Das stand auf dem Programm

Gesungen wurden Operetten-Arien vor allem von Franz Léhar und Emmerich Kálmán. Wilfried Michl bekannte mit kernigem Bariton: „Gern hab ich die Fraun geküsst“, verkündete: „Da geh ich ins Maxim“, träumte von früheren Zeiten, als er noch dem Zigeunergeiger befehlen konnte: „Komm, Zigány“ und sang als Liebesgeständnis: „Du bist die Welt für mich!“ Gerade da vermisste man den sonst umschmeichelnden süffigen Orchesterklang.

Klarer, animierender Sopran

Monika Lichtenegger mit ihrem klaren und animierenden Sopran versprach temperamentvoll: „Meine Lippen, die küssen so heiß“, kokettierte mit dem „Vilja-Lied“ und imitierte süße Betrunkenheit im „Schwipslied“ von Johann Strauß. Im Duett demonstrierten beide Tanzlust („Tanzen möcht ich!“) und fragten in „Kosende Wellen“ aus Léhars „Zarewitsch“, warum das Schicksal sie zum Verzicht auf Liebe nötigt.

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Das Publikum im gut gefüllten Biergarten fühlte sich gut unterhalten und zeigte sich sehr applausfreudig.

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