Nuts-Sommerbühne in Traunstein: Mit Gitarre, Bass und Drums gegen die dunklen Wolken

Gitarrist Manuel Randi und seine Kollegen Mario Punzi am Schlagzeug und Marco Stagni am Bass zogen das Traunsteiner Publikum mit facettenreicher, leidenschaftlicher Musik in ihren Bann.
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Gitarrist Manuel Randi und seine Kollegen Mario Punzi am Schlagzeug und Marco Stagni am Bass zogen das Traunsteiner Publikum mit facettenreicher, leidenschaftlicher Musik in ihren Bann.

„Das Wetter wird schon passen, in zehn Minuten ist alles weg“, gibt sich Manuel Randi am Beginn seines charmanten Auftritts zusammen mit zwei italienischen Musiker-Kollegen optimistisch. Tatsächlich spielte das vielseitige, temperamentvolle Trio bei der Sommerbühne des NUTS immer wieder die Regenwolken weg.

Von Veronika Mergenthal

Traunstein – Das Lied „Toscana“ ließ zu Beginn Olivenhaine, Zypressen, sanfte Hügel, einsame Gehöfte, alte Dörfer, erdige Farben und die warme italienische Sonne vor dem inneren Auge auftauchen. Im romantischen Song „La bella adormentata“ („Die schlafende Schönheit“) zeigte Manuel Randi in höchst virtuosen Läufen und Figuren seine brillante Spieltechnik, aber auch seine Ausdruckskraft. Mit dem „Herbert Pixner Projekt“ ist er ganzjährig auf Tournee, hier macht er sein eigenes Ding. Begleitet wurde er von Marco Stagni (Kontrabass und E-Bass), der Jazz- und Klassik-Background mitbringt, und Mario Punzi, einem der virtuosen italienischen Schlagzeuger.

Die Drei bilden eine harmonische Einheit und faszinierten auch ihr Publikum auf der NUTS-Sommerbühne mit ihrem sich immer neu erfindenden, leidenschaftlichen musikalischen Dialog in allen erdenklichen Farben und Stimmungen, von zart und poetisch bis wild und feurig. Zwischendrin zeigte jeder mal in Solo-Improvisationen sein Können.

Afrikanische Rhythmen und Klänge ließ ein Stück lebendig werden, das Randi seinem zweiten Sohn gewidmet hat, einem Fan von afrikanischer Musik, der selbst Trommel und Bass spielt. Bei der rasanten „Rumba catalana“ juckte es einen in den Tanzbeinen. In einer Rumba Flamenco namens „Gato nero“ („schwarze Katze“) imitierte der Gitarrist mit kratzig-mechanischen Schlägen auf die komplett gedämpften Saiten die archaische Kraft von Katzenkrallen. Lyrische Passagen in hohen Lagen standen in reizvollem Kontrast dazu, bis der wilde Teil wiederkehrte, den der Schlagzeuger zusätzlich puschte. Die beleuchteten, farbigen Häuser hinter der Bühne schufen dazu die Atmosphäre einer südländischen Piazza.

Originelle Entstehungsgeschichten

Zu manchen Nummern erzählte Randi in seiner charmanten Moderation originelle Entstehungsgeschichten, beispielsweise zu einem Slow Blues. „Wir nehmen alle CDs in Italien auf, weil es billig ist“, verriet er. Besonders billig ist es offenbar in einer tristen Gegend der Po-Ebene zwischen Verena und Rovigo, wo die Straßen voller Schlaglöcher und „die Bankomaten in die Luft gesprengt“ sind. „Aber die Leute sind sehr freundlich.“ Nach einem sehr guten, sehr reichlichen Essen seien sie im Studio nicht mehr in der Lage gewesen, zu spielen, schilderte Randi. „Spiel irgendwas. Spiel einen Slow Blues“, habe ihn der Tontechniker ermutigt. Vor ihrem Slow Blues „After Dinner“ hätten die Musiker im Sinne einer möglichst authentischen Präsentation in Traunstein Käsespätzle gegessen, erzählte der Gitarrist schmunzelnd.

Am Ende wird es richtig rockig

Vom Gipsy-Swing „Swinging in Stanz“ über eine im Stil von Bach komponierte und verrockte „Passacaglia“ bis hin zu Medleys bekannter Rock-Hits, die dann auf E-Gitarre und E-Bass inszeniert wurden, reichte das Spektrum.

Am Ende ging es richtig wild und laut zu, wie auf einem Rockkonzert. Und die drei Italiener, denen die Herzen zuflogen, hinterließen im beschaulichen Traunstein einen nachhaltigen Eindruck.

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