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Von Nixen, Hexen und Königen

Das TrioGanes sang von ladinischen Mythen.  Friedrich
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Das TrioGanes sang von ladinischen Mythen. Friedrich

Das Kesselhaus in Kolbermoor ist einer der bevorzugten Auftrittsorte des Damen-Trios Ganes, und so wurde kurzerhand auf Grund der hohen Nachfrage ein zusätzlicher Termin vorgezogen – gleichzeitig Start der neuen Tournee durch Deutschland und Österreich!

Und es gibt ein neues Album der drei aus dem Dolomitenort La Val stammenden Virtuosinnen, die fast ausschließlich auf Ladinisch singen und somit das musikalische und sprachliche Erbe einer alten, wunderschönen Sprache bewahren. Es nennt sich „An cunta che“, was so viel bedeutet wie „man erzählt, dass...“ und beleuchtet die Sagenwelt der Dolomiten.

Bereits bisher waren Mythen und Legenden in die Musik von Ganes eingeflossen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn in einigen Stücken ging es um Wassernixen – doch dieses Mal widmete sich das Trio dem Thema ausschließlich, in Form eines Konzeptalbums. Mal erläuterte die Stimme eines Sprechers aus dem Off den jeweiligen Sagenhintergrund des Stücks, im Wechsel dazu sprachen die Musikerinnen eine Einleitung zu den mal tragischen, mal fröhlichen Sagen, aber stets mit viel Poesie und Gespür.

Die Arrangements waren behutsam instrumentiert, was die Wirkung der Stimmen hervorhob, die die große Stärke der Ladinerinnen sind. Solistisch, im Duo und a cappella demonstrierten Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling viele Facetten eines Gesangs, der zwischen klassischer Musik und Pop changiert. Ein kunstvoll gespieltes Hackbrett (Elisabeth), eine Violine (Marlene), Schlagwerk und verschiedene Gitarren (Maria) und als elektronische Untermalung sphärische Sounds von der Tastatur Alex Trebos stellten das musikalische Gerüst dar.

In einem sehr schönen Song ging es um das Waisenkind Moltina, die von Murmeltieren großgezogen wird und einen Prinzen heiratet, das Paar gilt als „Stammeltern“ der Fanes, einer Region in den Dolomiten. Mehrfach entführte Elisabeth Schuen, die früher bereits erfolgreich als Opernsängerin konzertiert hatte, mit sakral anmutenden, langen Vokalpassagen in eine magische, übersinnliche Welt. Ein anderes Lied behandelte die Liebe zu einer Wassernixe und das Entstehen und Zerbrechen eines Regenbogens. Besonders dramatisch und mit vielen Soundeffekten entwickelte sich die Geschichte um Dolasilla, einer Anführerin der Fanes, die im Kampf von sieben Pfeilen getötet wird. Hier nähern sich Ganes stark klassischer Orchestermusik an in dem meist ruhig und mit viel lyrischer Tiefe und Ernsthaftigkeit vorgetragenem Programm. Aber auch der Schalk hat seinen Platz, wenn Elisabeth Schuen vom Treiben der Südtiroler Hexen erzählt und lautmalerisch gekonnt in die Rolle einer grauslichen Greisin schlüpft. So gelingt der großartige Ausflug in die ladinische Sagenwelt, deren Inhalte auch im Booklet der CD kurz erklärt werden und welche die Texte dazu auf Ladinisch enthält, was nicht nur Sprecher anderer romanischer Sprachen erfreuen dürfte, sondern auch Freunde des „Elbischen“ aus „Herr der Ringe“.

Zum Schluss wurde es nach so viel Schicksal noch sehr fetzig, tanzbar und poppig mit einigen Songs aus dem Album „Caprize“ und dem abschließenden Dreigesang der Ganes-Damen.

Das war großes Kino im Kolbermoorer Kesselhaus mit spannenden Arrangements und sagenhaften Vokalleistungen!

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