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Hohe Kunst beim Hirzinger in Söllhuben

Nightingale-natur/kultur-Konzertreihe präsentiert Kammermusik „Metamorphosis II“

Bariton Thomas Schütz, Elisabeth Heuberger an Violine und Viola sowie Christoph Schnackertz am Klavier zogen die Zuhörer in ihren Bann.
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Bariton Thomas Schütz, Elisabeth Heuberger an Violine und Viola sowie Christoph Schnackertz am Klavier zogen die Zuhörer in ihren Bann.
  • VonElisabeth Kirchner
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Beim Kammerkonzert „Metamorphosis II“ im Großen Saal beim Hirzinger in Söllhuben beeindruckten die Musiker Thomas Schütz, Elisabeth Heuberger sowie Christoph Schnackertz mit feinsinniger, emotionaler und auch virtuoser Darbietung ihr Publikum.

Riedering/Söllhuben – Eine Symbiose aus Liedgesang und Kammermusik – ansprechend, inniglich und berührend – präsentierten drei Musiker in Söllhuben im Rahmen der Nightingale-natur/kultur-Konzertreihe. Mit Bariton Thomas Schütz, Elisabeth Heuberger an Violine und Viola sowie Christoph Schnackertz am Klavier gaben sich Künstler ein Stelldichein, bei deren intensivem und zupackendem Zusammenspiel man als Zuhörer kaum zu atmen wagte.

Beim Rondeau brillant, D. 895, verzauberte Heuberger mit schlankem und feinsinnigem Geigenton. Schnackertz stand ihr dabei als sensibler, mit nuancenreichem Spiel agierender Partner zur Seite. Die vier ernsten Gesänge, op. 121 von Johannes Brahms, zeugten von emotionaler Tiefe und Eindringlichkeit, mit der die beiden Künstler sich und den Zuhörer in eine Einheit von Musik, Sprache und intime Atmosphäre zu versenken verstanden. „Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh“ (Brahms), das war entwaffnend und unverstellt direkt. „Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen“, das war Gebet und Liebesschwur in einem.

Ergreifend und gefühlswarm gespielt und gesungen

Nicht minder ergreifend folgten die zwei Brahms-Lieder op. 91 für Stimme, Viola und Klavier. Schon mit den ersten Tönen von „Gestillte Sehnsucht“ nahm der leicht raue, charaktervolle und warme Ton der Viola den Zuhörer gefangen, und Brahms‘ unvergleichlich schöne, gefühlswarme Begleitung und Melodik tat ein Übriges. Dazu die exakt richtige Dosierung von Farben und deklamatorischer Prägnanz des Baritons und das eindrückliche, feinfühlige Klavierspiel.

Sicher und geborgen fühlte man sich beim „Geistlichen Wiegenlied.“ Die Michelangelo-Lieder von Hugo Wolf waren nicht minder ergreifend. Auch hier beeindruckte Schütz mit edlem, unverwechselbaren Timbre und einer druckfreien, kernigen Mittellage. In der Tiefe wurde es hier und da etwas mulmig, aber das war vernachlässigbar.

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Großartig war auch das ebenbürtige Dialogspiel von Schnackertz am Flügel. Er verstand es feinsinnig, die rein instrumentalen Abschnitte nicht zum Klavierkonzert zu machen. Vor Wut trotzend und fanfarenschmetternd war der erste der drei kraftvoll geformten Gesänge: „Genannt in Lob und Tadel bin ich heute, und, daß ich da bin, wissen alle Leute!“ Dem Abschiedsgesang „Alles endet, was entstehet. Alles, alles rings vergehet…“ folgte unerfüllte Liebe mit „Mich treibt ein Ja und Nein …“ Dazu passte der hypnotisch-repetitive Stil der Glass‘schen „Metamorphosis 2,“ der die Gesänge einrahmte.

Den Abschluss machte Schuberts Fantasie in C-Dur für Geige und Klavier. Läufe und Sprünge, Doppel- und Mehrfachgriffe nahm Heuberger derart virtuos, dass einem der Atem stockte, und mit glasklarer Intonation ließ sie ihre Geige singen. Schnackertz brachte, wieder als ebenbürtiger Partner, ernsthaft, elegant, feinsinnig und leicht sein Instrument gleichfalls zum Singen.

Schade, dass nur wenige Zuhörer den Weg nach Söllhuben fanden. Im kommenden Jahr geht der Konzertreigen mit Nightingale natur/kultur weiter.

/MN

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