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Gewaltverbrechen in Mühldorf am Inn: Eine Person tot – mutmaßlicher Täter festgenommen

Drama vor Wohnhaus in der Nacht auf Montag

Gewaltverbrechen in Mühldorf am Inn: Eine Person tot – mutmaßlicher Täter festgenommen

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Ausstellung in Wasserburg zeigt Malerei, Skulpturen und Installationen

Neue Generation der Gegenwartskunst

Erika Prabst, „Etuikleid“
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Erika Prabst, „Etuikleid“

Die Gründer des Wasserburger Kunstvereins starteten 1968 eine Kunstausstellung, die in den Anfangsjahren noch kritisch beäugt wurde. Heute findet sie regional wie überregional große Beachtung.

Wasserburg – Zeitgenössische Kunst in bemerkenswerter Qualität zeigt derzeit der Arbeitskreis 68 in seiner „ Großen Kunstausstellung 2022 “. Alle Kunstinteressierten erwartet noch bis Ende August eine interessante Vielfalt an künstlerischen Stilen, Positionen und Arbeitsweisen.

Die Fahnen mit dem AK68-Logo vor dem Rathaus und fünf aufsehenerregende Skulpturen auf markanten Altstadtplätzen kündigen es an: Im August wird die Innstadt wieder zur Kunststadt; in Wasserburg ist Große Kunstausstellung. 150 Kunstschaffende hatten sich mit rund 500 Arbeiten für die Ausstellung beworben. Die Jury-Mitglieder Ingolf Hatz, Marion Hupf, Anna Kruse, Manuel Michaelis und Katrin Meindl haben 109 Künstler ausgewählt: Deren Schaffen wird jetzt mit 176 Einzelarbeiten in der Jahresausstellung vorgestellt.

Markus Lutter, „Bioaffe“

Skulpturenweg vom Rat- zum Ganserhaus

Malerei und Skulpturen sind ebenso vertreten wie Foto-, Video-, Objekt- und Installationskunst. Neu ist erstmalig ein temporärer Skulpturenweg zwischen den beiden Ausstellungsorten Rathaus und Ganserhaus. Auch der Rathaussaal vermittelt ein neues Raumgefühl.

Die Position der Stellwände setzt die zeitgenössische Kunst in einen anregenden Kontrast zu den Historienmalereien von Maximilian Ritter von Mann, die um 1900 entstanden sind.

Im Rückblick auf die letzten Jahre deutet sich für 2022 ein Generationenwechsel an. Auffallend viele junge Künstler sind heuer vertreten. Der Themenvielfalt tut diese sich abzeichnenden Entwicklung sicher gut.

Ausstellung ist sozialkritischer und politischer geworden

Denn in Summe betrachtet lässt sich feststellen: Die GKA 2022 ist sozialkritischer und auch politischer geworden. Sie trifft damit den Nerv der Zeit.

Gesamtgesellschaftliche Phänomene wie sexueller Missbrauch und Gewalt wurden beispielsweise in den Fotokunstarbeiten „Scars 1-4“ von Anna Hatzl thematisiert. Auf die Rolle beteiligter geistlicher Würdenträger in der Aufarbeitung ihrer Skandale nimmt die Christusfigur mit dem Titel „Missbraucht - Bis hierher und nicht weiter“ Bezug. Die Bronzeplastik stammt aus der Künstlerwerkstatt des Oberpfälzer Bildhauers Dominik Schleicher. Die in Baldham lebende Künstlerin Hannelore Sahm wiederum zeigt mit ihrer subtil-verstörenden Bilderserie die möglichen Folgen politisch motivierter Gewalt: In „Livingroom“ dringt ein Soldat in Kampfmontur mit Sturmgewehr in die zuvor friedliche Idylle eines Wohnzimmers ein. Die Ermordung der im Raum gefesselten Frau scheint unausweichlich. Die Augen wurden ihr bereits verbunden. Einige der dargestellten Themen sind sicher düster und aufrüttelnd.

Witz, Selbstironie und besondere Ästhetik

Manuel Michaelis, „Im Fluss 1“

Andererseits unterhält die Große Kunstausstellung 2022 aber auch immer wieder mit Witz, Selbstironie und besonderer Ästhetik. Markus Lutters hat seinen „Bioaffen“ in rote Gummistiefel gesteckt und mit einem grünen Putzlappen bewaffnet. Die geschnitzte Skulptur aus Eschenholz empfängt die Besucher am Eingang des Ganserhauses. Sie blickt recht grimmig drein. Fürchten muss man sich aber nicht; schließlich scheint der lebensecht wirkende Gorilla eher auf Aufmunterung und Trost zu hoffen. Im Bereich Objektkunst fallen „Die Kleider meines Lebens“ von Erika Prabst besonders auf. Die Grafinger Künstlerin beschreibt die Arbeiten als Analogie zu Stationen in ihrem Leben. Erst bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass die Prêt-à-porter-Modelle aus recht ungewöhnlichen Materialen bestehen: ein Abendkleid, gestrickt aus abgespulten Tonbändern, eine Corsage aus Tablettenblistern und ein Etuikleid, geklebt aus beschriebenen Papierstreifen. Bei der Malerei ist die Ausstellung gewohnt spannend und interessant. Manuel Michaelis zeigt ein Diptychon vom Bad in einem Fluss, der auch der Inn sein könnte. Gerhard Höberts am Computer generiertes Bild „artefacts“ wiederum wirkt ebenso beunruhigend wie eine Alien-Darstellung des Schweizer Künstlers H. R. Giger.

Gerhard Höberth, „artefacts“

Ausstellung für Vereinsgründer

Den Gründern des Kunstvereins Willy Reichert, Emil Kaser, Michael Sandl und C. A. Wasserburger, der wenige Tage vor Eröffnung der Jubiläumsausstellung zum 50. Geburtstag des AK68 am 24. Juli 2018 verstarb, ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet.

Schließlich ist es ihnen zu verdanken, dass sich aus der ersten, damals noch kritisch beäugten Kunstausstellung im November 1968 ein Kulturereignis entwickeln konnte, das heute regional wie überregional große Beachtung findet.

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