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Von Ort zu Ort

Nachdenken über das Dorf „Anddaschberg“ hoch über Thal

Steile Auffahrt auf den Antersberg.
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Steile Auffahrt auf den Antersberg.

Das Dorf Antersberg, seit der Gebietsreform von 1978 Teil der Gemeinde Tuntenhausen, liegt in der Nähe von Schönau und Beyharting auf einer Anhöhe oberhalb der Ortschaft Thal. Das Grundwort „Berg“ im Ortsnamen ist hier durchaus nicht als Übertreibung zu sehen.

Tuntenhausen/Antersberg – In der (erschlossenen) europäischen Ursprache „Indogermanisch“ bezeichnet der Begriff „Berg“ ganz allgemein eine „Höhe“.

Auch in manch anderen indogermanischen Tochtersprachen ist hiermit teils ein Hügel gemeint, teils sogar nur ein Ufer und ein Abhang – was zur Lage von Antersberg besonders gut passen würde: Der Ort liegt nämlich quasi am Hochufer des Baches Moosach.

Derzeit wirbt eine bekannte Käserei mit einem „Antersberger Bio-Bergkäse“. Die Verkäuferinnen eines Lebensmittelladens im fernen Raubling konnten das Dorf Antersberg zwar zutreffend lokalisieren, aber die bairische Aussprache des Ortsnamens blieb unklar: Bairisch-dunkles a und Betonung des Grundwortesberg, helles a und Betonung von Anters-.

Wem soll man glauben

Wem soll man da glauben? Am besten einem Einheimischen! Das ist Max Hartmann. Er ist ein Nachfahre von Josef Hartmann, der 1833 mit weiteren „Gutthätern“, wie es eine Inschrift auf der Außenmauer der Kapelle zu Antersberg verkündet, dieses Gotteshaus gestiftet hat.

Antersberg, so Max Hartmann, wird mit einem dunklen a gesprochen, das s wird zum sch, und besonders betont wird das Bestimmungswort, nicht der „Berg“. Also: „Anddaschberg“. Aber was bedeutet der Begriff „Anters“?

Die im Laufe der Zeit wechselnden Schreibungen verraten hierzu nicht allzu viel: In der „Chronik von Tuntenhausen“ wird als Erstbeleg ein Eintrag im Salbuch des Klosters Beyharting aus dem Jahre 1344 genannt: „Antersperg“.

„Vo Ort zu Ort“ darf aus einem noch älteren Beleg zitieren: In einem Verzeichnis der Abgaben, die Graf Siboto IV. von Neuburg-Falkenstein als Vogt des Stiftes Herrenchiemsee erhält, heißt es für die Zeit von ca. 1180 bis ca. 1195: „de Antersperch II modios“ = „von/aus Antersberg zwei Scheffel (vermutlich Hafer)“.

Blick in das Feuerstättenbuch

Im Feuerstättenbuch von 1554 gibt es eine besonders prägnante Schreibweise: „Annttersperg“. 1694 werden die Bewohner von Antersberg in einem Schreiben des Landgerichts Schwaben als „Andersberger“ bezeichnet.

Da alle Orte unserer Region mit dem Grundwort -berg, vor dem ein s steht, von einem Personennamen her erklärbar sind – beispielsweise Albersberg von Albrecht, Gehersberg von Gerhart –, könnte Antersberg der „Berg des Anter“ sein.

Aber woher stammt der Personenname?

Antheri kommt ins Spiel

Die „Chronik“ bringt einen germanischen „Antheri“ ins Spiel, auf den Anthering bei Salzburg zurückgehen soll.

„Vo Ort zu Ort“ kann hier einen lateinischen Heiligennamen beisteuern: Anterus, der Name des heiliggesprochenen Papstes, der von 235 bis 236 wirkte. Sollte gar ein Römer oder Romane der Namensgeber des Ortes gewesen sein? Am besten passen würde freilich der germanische Name „Andhart“, der oftmals zu „Anter“ verkürzt worden ist.

Dieser Anter könnte heutzutage von seiner Anhöhe unter anderem sogar auf den Segelflug-Landeplatz unterhalb von Antersberg herabschauen!

Armin Höfer

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