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Vo Ort zu Ort

Nach der ersten Erwähnung von „Snaitt“ gibt es weitere Belegstellen

Ihren Zehent entrichteten die Schnaitter in der Verangenheit an das Kloster Fürstenfeld, trotz der großen Entfernung.
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Ihren Zehent entrichteten die Schnaitter in der Verangenheit an das Kloster Fürstenfeld, trotz der großen Entfernung.

Trotz der großen Entfernung mussten die Bürger von Schnaitt früher ihre Kirchensteuer an das Kloster Fürstenfeld entrichten. Armin Hofer erläutert warum.

Schnaitt – Manfred Schaulies, der ehrenamtliche Archivar des Historischen Vereins Bad Aibling, lächelt nach der Lektüre des Vo-Ort- zu-Ort-Artikels „Schnaitt“ von vorletzter Woche milde: „Der Caspar Lindaner von Schnaitt hoaßd schoo Lindauer!“

Und tatsächlich: In der Originalurkunde von 1624 befindet sich ein Strich auf dem vermeintlichen N, das in altdeutscher Schrift geschrieben worden ist. Und 18 Jahre später ist in einer weiteren Urkunde ein „Balthasar Lindauer zu Schnaidt“ erwähnt, wobei sich auf dem U diesmal zwei Punkte befinden, um ja keine Verwechslung mit n zu bewirken!

Mit dem „Snaitt“ von 1347 dagegen lagen wir schon richtig. Dank der erfolgreichen Forschungstätigkeit des Aiblinger Archivars können wir aber noch zwei weitere Belegstellen anführen, die zwischen den Jahren 1347 und 1624 liegen. Im Stiftsbuch für Höhenrain aus dem Jahre 1535 ist ein Lienhart (= Leonhard) Schnaiter, für 1544 ein „Schnaitter“ erwähnt. Außerdem wartet Oktoberfest -Wiesn-Bedienung Veronika Mauracher aus Tirol mit einer weiteren Quelle auf: „Schnait, dees san Höf in Bichlach, Gemeinde Oberndorf. 1383 zu Snaitt, 1464 Schnaitt.“

Der erste Wiesnhtt

Die Vroni zitiert zur Namensherkunft den Schmeller („Bayerisches Wörterbuch“) mit dem Eintrag „mittelhochdeutsch diu snaite: durch dichten Mittel- und Niederwald gehauener Durchgang, Weg“. Auf Manfred Schaulies‘ Hinweis, unser Schnaitt in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham sei im Besitz des Klosters Fürstenfeld gewesen, schreit die Vroni aus Tirol laut auf: „Fürstenfeld! Ja wia kemmts ees jetzt do drauf? Dees war ja da easchde Wiesn-Hit! 1984!“ Inge Weber, eine Wiesn-Bedienung aus neuerer Zeit, merkt hierzu an: „Gottseidank deaffan de Leit nimmer aufm Diisch danzn, so wia seinerzeit. Aufn Diisch ghean d‘ Schweinshaxn und a Bier, ned de Haxn vo de Buam und Dirndl! Und außerdem: Mit Fürstenfeld is im Kontext mit Schnoatt natürli ned, wia im Liad, Fürstenfeld in der Steiermark gmoand, Vroni, sondern s’Kloster Fürstenfeld bei Fürstenfeldbruck!“ Da meldet sich Zuhörerin Heike aus Friesland. „Die Tisch-Tänzer von 1984 hatten eben einen Schneid, ne“? Nur geteilte Zustimmung: „A Schneid, eine Schneid, bittschön“, wirft die Inge ein. „Die Schneid kommt ja von der Schneide, wie bei einem Messer, hier aber im Sinne von Mut, Tatkraft. Im Bairischen wird halt das E der Endung weggelassen.“

Der Grund für die weite Entfernung

Das Problem der großen Entfernung zwischen Schnaitt und Kloster Fürstenfeld erklärt der Archivar folgendermaßen: „Herzog Ludwig der Strenge hatte im 13. Jahrhundert als Buße – wegen der unrechtmäßigen Hinrichtung seiner ersten Frau Maria von Brabant – im Jahre 1258 in Thal bei Höhenrain ein Sühnekloster gegründet, unweit von Schnaitt also. Der Standort erwies sich aber als ungünstig, und so zogen die Mönche zuerst nach Olching, kurz darauf, 1263, nach Fürstenfeld bei Fürstenfeldbruck, einer Flur, die den Wittelsbacher Fürsten gehörte – daher der Name. Trotz der großen Entfernung entrichteten die Schnaitter daher ihren Zehent weiter ans Kloster Fürstenfeld.“

Armin Höfer

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