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Palmsonntagskonzert

Musik von Haydn und Hamel am Heiligen Grab in Aschau

Das Heilige Grab in der Aschauer Pfarrkirche bot den perfekten Rahmen für das Konzert: (von links) Professor Hansjörg Schellenberger (Oboe), Paula Borggreve (Violine), Jannis Rieke (Viola) und Katarina Schmid (Violoncello).
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Das Heilige Grab in der Aschauer Pfarrkirche bot den perfekten Rahmen für das Konzert: (von links) Professor Hansjörg Schellenberger (Oboe), Paula Borggreve (Violine), Jannis Rieke (Viola) und Katarina Schmid (Violoncello).
  • VonElisabeth Kirchner
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Eindrucksvoll, ergreifend, meditativ und klangschön: Anders lässt sich das Benefiz-Konzert unter der Schirmherrschaft des Rotary Club Rosenheim-Innstadt für die Ukraine am Palmsonntag in der Pfarrkirche vor der Kulisse des Heiligen Grabs nicht umschreiben.

Aschau – Die menschliche Seite von Leben und Tod, von Erlösung und Aufbruch wurden musikalisch faszinierend dargeboten von Professor Hansjörg Schellenberger (Oboe), Paula Borggreve (Violine), Jannis Rieke (Viola) und Katarina Schmid (Violoncello). „Die sieben letzten Worte unsers Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn /hier für Oboe und Streichertrio) und „Anverwandlung“ von Professor Peter Michael Hamel (Jahrgang 1947) als kongenialem Werk vorneweg waren ein stilles Gedenken an Leiden, Tod und den Ukraine-Krieg.

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Trauer, Tränen, Trost: In seinem 2021 komponierten und jetzt uraufgeführten Stück habe er die Erinnerungen an Kabul in den 70er Jahren eingearbeitet, erklärte Hamel in seiner Anmoderation. Lange, meditative Klänge wechselten sich mit zarten Einwürfen von Geige und Viola ab, forderndere, quirligere Melodien, Stimmengewirr und Lebendigkeit eines Bazars andeutend. Schließlich wieder leiser, klagender und bedächtiger werdend übernahm das Englischhorn die Melodieführung, auf warmen Celloklängen gebettet.

Trauer, Tränen, Trost

Trauer, Tränen, Trost standen auch beim Hauptwerk des Abends im Mittelpunkt, die „sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“, das Werk hatte Haydn 1786 als Auftragswerk für das Bistum Cadiz (Spanien) für Streichorchester komponiert und später auch für ein Streichquartett umgeschrieben. Musik über die sieben letzten Worte Christi am Kreuz, so wie sie in den Evangelien überliefert sind, gefasst in sieben Sätze, die von einer Introduktion und einem finalen Presto – dem Erdbeben, Terremoto, das laut Matthäus-Evangelium auf den Tod Christi folgte – gerahmt werden.

Die lateinischen Worte, den Anfangstakten der einzelnen Sätzen unterlegt und im Programm abgedruckt, waren beinahe überflüssig. Denn die vier Musiker produzierten eine solch faszinierende Fülle unterschiedlichster Klangfarben und emotionaler Nuancen – sei es flehende „Sitio“ (Ich habe Durst), das zärtliche „Mulier, ecce filius tuus“ (Frau, siehe, dein Sohn) oder das tröstende „Hodie mecum in Paradiso“ (Noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein), das beinahe resignierende „Consummatum est“ (Es it vollbracht) oder das verzweifelt-anklagende „Deus meus, utquid dereliquisiti me? (Mein Gott, warum hast du mich verlassen) - dass es keiner Worte bedurfte.

Die wirkungsvollen Kontraste, hier getupft, dort energisch gestrichen, die strukturelle Klarheit der einzelnen Stimmen, detailgenau die Motive und Linien profilierend und miteinander korrelierend, die feine Klangmischung und die dynamischen Abstufungen bis hin zum geradezu schockierenden Schluss beim Erdbeben - das war Spannung ohne Worte bis zum Schluss.