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Jazzkonzert

Munich Hardbop Sextett spielt mit Feuer und Seele im „Le Pirate“

Das Munich Hardbop Sextett auf der kleinen Bühne des „Le Pirate“. Vorne: Saxophonist Andreas Roeck, der musikalische Kopf der Gruppe.
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Das Munich Hardbop Sextett auf der kleinen Bühne des „Le Pirate“. Vorne: Saxophonist Andreas Roeck, der musikalische Kopf der Gruppe.

Seit gut zwei Wochen dürfen sich die Freunde des Jazz freuen, denn nach längerer Corona-Pause bietet der Rosenheimer Club „Le Pirate“ wieder Live-Musik mit hochklassigen Gruppen. So gastierte jüngst das Munich Hardbop Sextett.

Rosenheim – Die Formation mit dem Rosenheimer Bassisten Pepe Schober begeisterte mit einem Jazz-Stil der 1960er Jahre, der die revolutionäre Power des Bebop mit Gospel-Elementen und Eigenschaften des Cool Jazz verbindet.

Harmonisch dichte Arrangements

Mit Feuer und Seele erklangen dabei die harmonisch dichten Arrangements vor allem aus dem Repertoire von Art Blakey‘s Jazz Messengers, die Andreas Roeck, musikalischer Kopf der Band und Tenor-Saxophonist, mitgebracht hatte. Seinem Instrument entsprechend waren es in erster Linie temperamentvolle Kompositionen des Tenoristen Wayne Shorter wie „One By One“ oder „Children Of The Night“, wobei der elegant improvisierende Roeck eher wie Hank Mobley klang, dessen warmen Ton und geschmeidige Phrasierung er sich zu eigen gemacht hat.

Aus Mobleys Feder stammte dann auch „Bossa De Luxe“, eine Latin-Nummer, die das Konzert im „Le Pirate“ um eine rhythmische Spielart erweiterte.

Zur Bläserfrontline der klassischen Sextett-Besetzung zählten noch Trompeter Max Rammler und Posaunist Uli Etschmann. Rammler glänzte in seinen Improvisationen durch klare Artikulation, fingerfertige Läufe und virtuose Höhenflüge. In weniger hitzigen Stücken, etwa dem harmonisch raffiniert erweiterten Blues „Rue Prevail“ von Art Farmer, blies er das weicher klingende Flügelhorn.

Posaunist Uli Etschmann vervollkommnete den typischen Hardbop-Bläsersatz, wie man ihn von den Jazz Messengern kennt. Einfallsreich improvisierte er über Wayne Shorters Jazz-Walzer „Sweet `N´ Sour“ und lieferte nach einem fulminanten Schlagzeugsolo Thomas Elwensböcks orientalisch anmutende Schlusschorusse in „Arabia“, einer Komposition seines Posaunen-Kollegen Curtis Fuller.

Unter den lyrischen Stücken des Abends gefiel besonders Benny Golsons melancholische Ballade „Park Avenue Petite“, von dezenter Besenarbeit Elwensböcks und romantisch perlenden Pianoläufen Klaus Staudachers begleitet. Ansonsten kombinierte Pianist Staudacher wirkungsvoll seine spannungsgeladenen Blockakkorde mit bluesgetränkten Läufen und einfallsreichen Zitaten.

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Obwohl das Sextett den stilistischen Schwerpunkt auf den relativ engen Zeitraum des Hardbop der 60er Jahre legte, war das Konzert musikalisch vielseitig und abwechslungsreich. So war etwa auch ein Nat King Cole-Hit von 1948 darunter: In einem neuen Arrangement, das die Errungenschaften des Modern Jazz miteinbezog, konnte man den Swing-Standard „Nature Boy“ bewundern.

Zwei heißerklatschte Zugaben

Man darf dem Bassisten Pepe Schober dankbar sein, der den Kontakt zu den Münchnern hergestellt hatte. Schober lieferte auch das harmonische Fundament für die Band und überzeugte mit melodiösen Soloeinlagen, etwa in Cedar Waldens „Ugetsu“ und vor allem in Wayne Shorters „This Is For Albert“, der ersten der beiden heiß erklatschten Zugaben. Den gebührenden Schluss setzten die Musiker dann mit einem energiegeladenen Shuffle-Blues.

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