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Kulturprogramm startet wieder

Mozart-Woche im Kloster Seeon: Kontraste und Improvisationen

Auch mit repetitiven Techniken erzeugte Carolin Danner Klang.
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Auch mit repetitiven Techniken erzeugte Carolin Danner Klang.

Die Kultur startet wieder, aber die Menschen strömen nicht – zumindest nicht beim Eröffnungskonzert der zweimal verschobenen Mozartwoche im Kloster Seeon.

Seeon –Gerade etwas mehr als zwei Handvoll Zuhörer saßen im Saal, als die Pianistin Carolin Danner spielte.

Erstes Konzert nach dem Lockdown

Kontraste und Improvisationen als Kompositionsprinzip prägten ihr Programm, das sie mit klaren und klärenden Worten verständlich machte. Es sei ihr erstes Konzert nach dem langen Lockdown, sagte sie, was einige Aussetzer und Wackler im Spiel entschuldigte.

Klassische gegen moderne Musik

Carolin Danner setzte klassische gegen moderne Musik: Kontraste eben. Mozarts Werke präsentierte die Pianistin mit kantig entschiedenem Spiel, was der Fantasie KV 485 zugutekam, in dessen tragisches d-Moll sich die Pianistin richtiggehend hineinwühlte, was dem Rondo in D-Dur KV 485 aber etwas von der perlenden Leichtigkeit nahm. Ernst und Strenge dafür herrschte im Andante cantabile der B-Dur-Sonate KV 333, dessen dissonante Kühnheiten Carolin Danner deutlich herausstellte.

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Ganz bei sich war die Pianistin in Beethovens E-Dur-Sonate op. 109, die, wie sie sagte, „auch voller Kontraste“ sei: Klangzaubrig, akkordfüllig und vielgestaltig rauschte diese Musik.

Das pianistische Ereignis aber waren die modernen Kontraste: Nicht so sehr der „Sonnenstrahl“ von Violeta Dionescu (geboren 1953), dessen improvisatorische Elemente impressionistisch glitzerten, auch weil dabei die Pianistin in die Saiten greifen muss. Vielmehr waren es die „8 Klavierstücke op. 3“ von György Kurtag (geboren 1926): „kurze komprimierte und konzentrierte“ Musik, wie Danner verkündete, dazu motorisch und repetitiv. Mit großer Lust am Experiment servierte Danner die vielen Überraschungen und Überrumpelungen wie die beispielseise mit niedergedrückten Unterarmen verursachten überraschend weichen Klang-Cluster.

„Hochemotional und sehr durchdacht“

Als „hochemotionale, doch sehr durchdachte und konstruierte Musik“ charakterisierte Danner die drei Stücke aus „Musica Ricercata“ von György Ligeti (1923 bis 2006): Diese einzelnen Stücke bestehen anfangs nur aus einem Ton, es werden immer mehr Töne, bis es zwölf werden. Ob anfangs mysteriös, dann sanglich und am Ende rasend fröhlich: Alles war durchaus klangsinnlich gespielt.

Für den herzlichen Beifall bedankte sich Carolin Danner mit einem „perpetuum mobile“ voller Glissandi von György Kurtag und mit dem nur allzu bekannten „alla turca“ von Mozart. So hatte Mozart doch das letzte Wort in dem kontrastreichen Programm, mit dem die Mozart-Woche eröffnete.

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