Mitreißendes von Peter Ludwig und Kollegen im Grassauer Hefter-Saal

Der Pianist und Komponist aller Stücke, Peter Ludwig, Arben Spahiu (links) mit Violine und Peter Wöpke am Cello nahmen die begeisterten Zuhörer auf eine musikalische Reise um die Welt mit.
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Der Pianist und Komponist aller Stücke, Peter Ludwig, Arben Spahiu (links) mit Violine und Peter Wöpke am Cello nahmen die begeisterten Zuhörer auf eine musikalische Reise um die Welt mit.

Das Trio „Tango à Trois“ gab, organisiert von der Sawallisch-Stiftung, ein Konzert, das corona-bedingt in den Heftersaal verlegt wurde, wo mit den vorgeschriebenen Abständen immerhin 100 Besucher Platz gut finden. Die Nachfrage war groß.

von Christiane Giesen

Grassau –Sogar aus München waren Fans des beliebten Trios angereist, die in Grassau ihr erstes Konzert nach dem Lockdown gaben. Entsprechend groß waren Spielfreude und Elan von Seiten der Musiker, ebenso groß war erwartungsvolle Freude auf Seiten der Zuhörer.

Alles Stück ausder selben Feder

„Hawai“, „Cafe´ Banlieue“ in Paris, „Bar Andalou“, Madrid, oder „Kap Verden“ lauteten die Titel, die das Trio „Tango à Trois“ mit dem Pianisten, Filmemacher und Komponisten aller Stücke Peter Ludwig zur Aufführung brachten. Fester Bestandteil des seit den 1980er Jahren bestehenden Trios ist Peter Wöpke am Cello sowie Arben Spahiu an der Violine, stellvertretender Konzertmeister der ersten Violinen im Bayerischen Staatsorchester. Auch der in Berlin geborene Cellist Peter Wöpke war erster Solo-Cellist im Sinfonie-Orchester Leipzig, bevor er an der Bayerischen Staatsoper unter anderem mit dem damaligen Generalmusikdirektor Wolfgang Sawallisch viele Solokonzerte, Sonaten- und Kammermusikabende gab. Heute ist Wöpke international gefragter Solist.

„Versuchsanordnung“ im Besucherraum

Mit wenigen, oft witzigen, auf den Punkt gebrachten Worten führte der Pianist Peter Ludwig als Moderator durchs Programm. Als „Versuchsanordnung in einem Testzentrum“ erschien ihm das streng mit den vorgeschrieben Abständen platzierte Publikum im Saal.

In Rosenheim geboren kann Ludwig auf eine lange Laufbahn als Komponist für Bühne und Kabarett zurückblicken. Seit den 1980er Jahren hat er sich ganz der Tangomusik verschrieben und gründete 1983 das legendäre Ensemble Tango Mortale.

Tango, Jazz und Bossa-Nova

Unzählige Engagements im In- und Ausland brachten ihm große Erfolge. Ludwig versteht es, die Tangomusik für alle möglichen anderen Stilrichtungen zu öffnen, wie Jazz, französische Salonmusik, Bossa Nova oder Anklänge an den portugiesischen Fado.

Ludwigs Musik erzählt Geschichten, so eine Liebesgeschichte zwischen München und Paris, aber auch todtraurige, wie die des französischen Widerstandskämpfers Jean-Pierre Timbaud, der von den Deutschen 1941 mit 26 anderen Geiseln als Rache für einen Mord an einem deutschen Offizier in Nantes erschossen wurde. Dieser „Tango Timbaud“ er-zählt diese Geschichte musikalisch mit einem dramatischen Schluss.

Auf musikalischer Reise

„Lisboa“ oder „José“ lassen dagegen sehnsuchtsvolle Bilder der fantastischen Stadt an der Algarve vor dem geistigen Auge erstehen. Bei den temperamentvollen Stücken, bei denen die Saitenfäden der Violine manchmal rissen, musste sich so mancher Besucher oft stark beherrschen, um nicht wenigstens mitzuwippen oder gar zu tanzen.

Trotz der vergleichsweise geringen Zahl der Zuhörer folgte minutenlanger begeisterter Applaus, der mit drei Zugaben belohnt wurde, darunter der weltberühmte Song „Zirkus“. Erst „Just a dream“ vermochte die Zuhörer langsam zum Heimgehen zu bewegen.

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