Mit knackigem Blues hält Nick Woodland auf der NUTS-Sommerbühne den Regen in Schach

Ein guter Bekannter im NUTS: Nick Woodland, dieses Mal unter freiem Himmel.
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Ein guter Bekannter im NUTS: Nick Woodland, dieses Mal unter freiem Himmel.

Nick Woodland, die britisch-bayerische Blues-Legende aus München ist wieder da. Auch ihn und die Mitglieder seiner Band hat es heuer ganz schön gebeutelt, doch aufgeben ist nicht wie das Konzert in Traunstein gezeigt hat.

Von Maria Ortner

Traunstein – „Schön wieder in Leipzig zu sein“, witzelt ein gut aufgelegter Nick Woodland also über die zahlreich erschienenen Traunsteiner und Besucher, die teils weite Wege in Kauf genommen haben, und die sich einen schmissigen Abend aus Rock- und Bluesmusik nicht entgehen lassen wollen, obwohl der Himmel schon ankündigt was auch das Wetterradar von Techniker Stefan Mayer prophezeit: Regen. Doch das Risiko gehört dazu und ficht Klaus Reichardt (Keyboard, Pedal-Steel-Guitar), Tom Peschel (Bass) und Manfred Mildenberger am Schlagzeug ebenso wenig an wie den „Big Boss“, und so legen sie pünktlich los. Es ist ein knackiges Set, überwiegend aus Eigenkompositionen. Blues, Rock, ein bisschen Ballade, ein bisschen Südstaatenflair und fast ein Reggae bilden den Querschnitt seiner reichhaltigen Diskografie. Besonders beeindruckt das großartige Zusammenspiel der Musiker sowie die ausgefeilten Soli, für die alle vier ausreichend Raum erhalten und die einen Fünfminuten-Song zum überwältigenden und kurzweiligen Longtrack werden lassen.

Hat er wirklich ein Angebot der Stones abgelehnt?

Das Gerücht, Nick Woodland habe einst ein Angebot der Rolling Stones abgelehnt ist nicht tot zu kriegen, aber auch ohne die Stones darf er auf eine beeindruckende Liste von Musikern blicken, mit denen er zusammengearbeitet hat. Mit The Clash und Donna Summer war er im Studio. Mit Georg Ringsgwandl, Marius Müller-Westernhagen und Amon Düül II teilte er die Bühne und Freunde des Krautrocks kennen ihn auch noch von Subject esc. und den wiedervereinigten Sahara.

So wird Corona zur Chance

Corona und die damit einhergehenden Umstände sind nicht immer nur ein Fluch, manchmal sind die tatsächlich auch eine Chance. NUTS-Chef Franz-Josef Fuchs steht sichtlich begeistert an der Theke und schwärmt: „Das ist doch ganz großes Tennis heute, oder? Ich habe immer schon davon geträumt Nick Woodland einmal als Open Air zu veranstalten.“ Von einer ganzen Reihe Anfragen für die kurze Sommersaison habe sich das Management (auch) für das NUTS entschieden. Die Fans danken es reichlich. Schließlich gehören auch die Woodland-Konzerte schon seit Jahren zum festen NUTS-Kalender.

Zum Titelsong der aktuellen Konzertreihe „Fallin‘ Rain“ singt Woodland fatalistisch „Nothing you can do“ und schickt gleichzeitig eine Reihe wilder Grimassen und Augenblitze in den zunehmend von bedrohlichen schwarzen Wolken verdunkelten Abendhimmel. Es hilft tatsächlich für die nächsten Songs. Es bleibt beim zaghaften Tröpfeln. Und erst mit dem Verklingen der Zugabe, dem Speedrocker „Tailspin“, ähnlich knackig angelegt wie das Peter Gunn-Thema seinerzeit von Emerson, Lake & Palmer, setzt der Regen ein.

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