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Ersatz für Schumann Quartett

Mit Intensität und Hingabe: Goldmund Quartett aus München begeistert im Schloss Neubeuern

Spielten im Schloss Neubeuern anstelle des Schumann Quartetts: das Münchner Goldmund Quartett mit (von links) Florian Schötz (Violine), Pinchas Adt (Violine), Raphael Paratore (Violoncello) und Christoph Vandory (Viola).
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Spielten im Schloss Neubeuern anstelle des Schumann Quartetts: das Münchner Goldmund Quartett mit (von links) Florian Schötz (Violine), Pinchas Adt (Violine), Raphael Paratore (Violoncello) und Christoph Vandory (Viola).

Eigentlich sollte gar nicht das Goldmund, sondern das Schumann Quartett nach Neubeuern kommen. Die Gäste im Schloss in der Gemeinde waren von der Musik des Goldmund Quartetts aus München trotzdem hin und weg.

Neubeuern – Dass das Schlosskonzert in Neubeuern nicht ausfallen musste, war für die Besucher ein großes Glück. Anstelle des ursprünglich angekündigten, aber wegen Erkrankung ausgefallenen Schumann Quartetts, sprang kurzfristig das Münchner Goldmund Quartett ein. Florian Schötz und Pinchas Adt (Violine), Christoph Vandory (Viola) und Raphael Paratore (Violoncello) spielten Werke von Haydn, Schostakowitsch und Schubert.

Mit dem Streichquartett in h-Moll op. 33 Nr. 1 von Joseph Haydn, dem ersten der sogenannten russischen Quartette, zeigten die vier Musiker bereits eine Spielfreude, eine Frische und Dynamik, die das Publikum hinriss.

Spritziges Violinsolo im Finale

Den komplexen Kopfsatz mit einem harmonisch heftig gesteigerten Violinsolo interpretierte das Goldmund Quartett beherzt und schwungvoll. Nach dem lebhaften, aber eher ernst wirkenden Scherzo und dem an das Scherzo-Thema anknüpfenden Andante folgte ein spritziges Finale, dessen Violinsolo schön anzuhören war.

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Dimitri Schostakowitsch schrieb sein achtes Streichquartett in c-Moll op. 110 in Erinnerung an die Opfer des Krieges. Der Komponist verarbeitete darin Themen aus seinen Sinfonien und Opern. Melodische, fein gesponnene Passagen wechselten in diesem Werk mit bedrohlich stampfenden Rhythmen. Das elegische Largo stand in scharfem Kontrast zum aufwühlenden Allegro molto.

Funken flogen

Die Musiker spielten nicht nur die sperrig anmutenden Themen mit bezwingender Intensität und Hingabe. Da flogen die Funken, da schienen Musiker und Publikum gleichsam elektrisiert von der Musik. Die harten Dissonanzen wirkten mitunter wie Stromschläge und machten die Schrecken des Krieges spürbar. Nach dem leise verklingenden Largo am Ende war die Stille im Saal förmlich hörbar.

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Meisterhaft gelang es dem Goldmund Quartett, die düster-dramatische und leidenschaftlich-erregte Grundstimmung in Schuberts Streichquartett Nr. 14 d-Moll „Der Tod und das Mädchen“ auszuloten. Die vier Musiker zeigten eine solche Ausdruckskraft, eine solche Einfühlung und Abgeklärtheit, dass man nur staunen konnte. Unter die Haut ging bereits das markante Schicksalsmotiv mit der abwärts ziehenden Triole im Allegro, das den ersten Satz antreibt und zugleich den bedrückenden Ton des Werkes vorwegnimmt.

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Ruhig wie ein Trauermarsch erklang das Andante con moto, in dem die Trostgebärde des Todes und die Angst des Mädchens vor dem Tod unmittelbar aufeinanderfolgen. Ergreifend spielte das Goldmund Quartett die einzelnen Variationen mit ihrer sanften Melodik und den zart gezupften Rhythmen.

Rhythmisch stampfender Beifall

Trotzig und wild voller harter Akzente und Dissonanzen wirbelte das Scherzo, hoffnungslos wie ein Totentanz schloss das Werk im Presto mit einer sich stürmisch steigernden Stretta und endete fatalistisch in Moll. Nach dem rhythmisch stampfenden Beifall spielten die Musiker als Zugabe noch das Andante aus Haydns Streichquartett op. 1 und einen witzigen schottischen Tanz.

Bleibt zu hoffen, dass das Goldmund Quartett noch oft in Neubeuern auftreten wird.

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