Mit feiner Musik und Tiefgang: Kultband Kesslfligga bei „Somma dahoam am See“

Die Band „Kesslfligga“ sorgte bei ihrem Open-Air-Konzert in Grabenstätt für beste Stimmung und Unterhaltung. Die „Somma dahoam am See“-Veranstaltungsreihe feierte damit einen weiteren Höhepunkt.
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Die Band „Kesslfligga“ sorgte bei ihrem Open-Air-Konzert in Grabenstätt für beste Stimmung und Unterhaltung. Die „Somma dahoam am See“-Veranstaltungsreihe feierte damit einen weiteren Höhepunkt.

Heimvorteil genutzt: Die Veranstaltungsreihe „Somma dahoam am See“ der Theater-Strickerei hat mit dem Gastspiel der Kultband Kesslfligga eine tolle Bereicherung erfahren.

Von Markus Müller

Grabenstätt – Bettina Nistler (Gesang und vieles mehr), Jochen Nistler (Gesang, Gitarre und vieles mehr), Wolfgang Grün (Quetschn, Keyboard und Harp), Markus Helminger (Gesang und diverse Gitarren), Michael Melcher (E-Gitarre), „Attila“ Forster (Bass) und Florian Buchner (unter anderem Drums) begeisterten beim Open-Air-Konzert mit unverwechselbaren Melodien, Tiefgang, Gesellschaftskritik und viel Witz – getreu dem Motto „boarisch schräg dahoam im Chiemgau“.

Aus dem Wirtshaus auf die Seebühne

Die Besucher gingen voll mit, obwohl es immer wieder regnete. Wer keinen Schirm hatte, dem boten die nahen Bäume und Sträucher Schutz. Frieren musste auch im kühlen Regen niemand, denn die Kesslfligga heizten an der Theater-Strickerei kräftig ein. Den passenden Auftakt bildete die „Dahoam im Chiemgau“-Hymne. Anschließend ging es gut erholt und beschwingt auf den Berg, um die schöne Heimat musikalisch von oben zu bestaunen. Wie früher das fahrende Volk ist die Band Kesslfligga in den traditionellen bairischen Kultur- und Wirtshäusern unterwegs, wenn ihnen nicht ein Corona-Virus dazwischenfunkt. Nach der langen Zwangspause konnten es die Musiker kaum erwarten, endlich wieder vor Publikum aufzutreten. Die Theater-Strickerei hatte dies, auch zur Freude der Fans, ermöglicht.

In ihren Liedern greifen die Vollblutmusiker amüsant-skurrile Alltagssituationen und Lebensweisheiten auf, um sie mit Spaß und Groove zu ihrem ganz eigenen Stil zu verfeinern. Auch in Grabenstätt wurde schnell klar, dass der „November im Bahnhof“ ganz und gar nicht grau und kalt ist. In „I hob ois“ wurden moderne „Wertvorstellungen“ wie Protzgehabe, Geltungssucht und Selbstverliebtheit ironisch-sarkastisch in Frage gestellt. Und für die Dorfratsch’n war beim bluesigen „Bäckertratsch“ der Wareneinkauf sowieso nur ein Alibi, während beim Song „Draam vom Fliagn“ Gitarrist Helminger seine Gesangskünste unter Beweis stellte.

Musikkabarettvom Feinsten

Weit hinter sich ließ man den Alltag auch beim „Schwammerlfanga“ mit Bettina Nistler. Als Allheilmittel pries sie einen „Tansanit“-Edelstein an, der Strahlung, Chemie und alles abschirme, was dem eigenen Wohlbefinden schade. Schon das Lied „Feist und Fett“ hatte ihr Mann den neuzeitlichen „Räubern“ gewidmet. Musikkabarett vom Feinsten. Das Lied „Ystävä“ beinhaltete noch einen lustigen Finnisch-Deutsch-Sprachkurs, bevor es mit „Schnells Hells“ – einer feucht-fröhlichen Anspielung auf den AC/DC-Klassiker „Hells Bells“ – in die dritte und letzte Zugabe ging. Was für ein stimmungsvoller Ausklang.

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