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"Meine Musik menschelt"

Alfons Hasenknopf  Foto  feichtner
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Alfons Hasenknopf Foto feichtner

Alfons Hasenknopf (49) macht Musik, in der sich verschiedene Stile vereinen und singt dazu in bayerischer Mundart seine eigenen Texte. Er stammt aus Altötting und ist Vater von zwei Kindern. Hasenknopf ist eigentlich gelernter Heizungsbauer, doch das eigentlich Wichtige in seinem Leben, die Musik, begleitet ihn schon immer. Er wuchs mit der häuslichen "Stubnmusi" auf. Schon im Alter von sieben Jahren trat er im "Münchner Platzl" auf und tourte durch Schweden und Norwegen. Seit 1998 lebt er von seiner Musik. Am morgigen Freitag erscheint, nach "Midananda red'n" und Hoamkemma", sein neuestes Album "Mensch drin".

∗ Herr Hasenknopf, Sie stammen aus Altötting. Welchen Einfluss hat Ihre Herkunft auf Ihre Musik?

Einen großen. Ich bin mit bayerischer Musik aufgewachsen und singe heute auch in Mundart. Aber nicht nur das. Zum Schreiben ziehe ich mich immer für längere Zeit auf eine Hütte in den Bergen zurück. Dort kann ich abschalten und so authentische Lieder komponieren. Es hat also auch die bayerische Natur einen Einfluss.

∗ War für Sie schon immer klar, dass Sie in Mundart singen möchten?

Nein, gar nicht. Als Kind habe ich zwar jodeln und alles, was mit der bayerischen Musik zusammenhängt gelernt, aber als Jugendlicher habe ich mich dann durchaus anders orientiert. Ich lernte Gitarre spielen und interessierte mich für Jazz, Blues, Rock und viele andere Stile. Viele Projekte bei denen ich mitwirkte waren englischsprachig. Erst 2005, als ich das erste Mal beschloss mir eine Auszeit auf der Hütte zu nehmen, besann ich mich wieder zurück auf meine Wurzeln und schrieb das Album "Hoamkemma".

∗ Sie sind schon mit sieben Jahren durch Schweden und Norwegen getourt. Wie kam es dazu und wie ist Ihr musikalischer Weg weitergegangen?

Mein Vater war sehr musikalisch. Zusammen mit ihm und meinen sechs Geschwistern haben wir zu Hause viel musiziert. Ich konnte gut jodeln und singen und außerdem platteln und Theater spielen. So kam ich ins "Münchner Platzl" und von dort aus zu der Tour. Mit 22 bekam ich Gesangsunterricht und dann folgte noch mehr Arbeit mit Bands und im Studio. Ich hatte allgemein das Glück, dass ich bei vielen unterschiedlichen Projekten mitwirken, tollen Menschen begegnen und von ihnen lernen durfte. Bis 1998 arbeitete ich nebenher noch als Heizungsbauer und Produktprüfer. Dann hatte ich so viel mit Musikprojekten und -unterricht zu tun, dass ich davon leben konnte.

∗ Ihr neuestes Album "Mensch drin" erscheint am Freitag. Was erwartet einen, wenn man die CD kauft?

Es erwarten einen sehr unterschiedliche und authentische Lieder. Ich möchte mit diesem Album die Menschen berühren und unterhalten. Meine Musik menschelt sehr. Sie besteht zu 90 Prozent aus unverfälschten, eigenen Erfahrungen. Außerdem verwenden wir viele verschiedene Musikstile. Die Band, Michael Leitinger und Steffi Rösch, und ich stellen uns gerne der Herausforderung, vielfältig zu sein. Die Themen spannen einen weiten Bogen von lustig und ein bisschen "deppad" bis zu ernst und zum Nachdenken anregend.

∗ Haben Sie ein Lieblingslied auf dem neuen Album?

Das ist sehr schwer zu sagen, aber wahrscheinlich ist es der "Hoamkemma-Jodler". Dieses Lied war ein echtes Geschenk. Mit ihm verbinde ich meine wunderschöne Heimat und noch viele andere tiefe Gefühle.

∗ Neben der Musik haben Sie noch eine zweite große Leidenschaft: den Verein "Suibamoond", der sich für missbrauchte und misshandelte Kinder und Jugendliche in Ihrer Heimatregion stark macht. Wie kam es zu diesem Verein?

Der Auslöser war zum einen ein Artikel in der Zeitung, der über einen Familienvater berichtete, welcher jahrelang seine drei Kinder missbrauchte und zum anderen meine eigene Vergangenheit. Ich schrieb das Lied "Steh auf", das sich mit diesem Thema beschäftigt. Da die Resonanz auf das Lied so gut war, habe ich beschlossen einen Verein zu gründen, der sich um Missbrauchsopfer kümmert. Das Landratsamt Altötting verwaltet den Fond aus dem Gelder für Projekte wie Reit- oder Kunsttherapie und noch viele andere Angebote kommen.

∗ Mit der Musik und "Suibamoond" sind Sie ja dann ganz schön beschäftigt.

Ja, aber das ist es auf jeden Fall wert. Ich möchte etwas in Bewegung bringen und verändern. Das schönste Geschenk ist es doch, Menschen zu unterhalten und ihnen zu helfen. Ich darf beides machen.

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Das Album "Mensch drin" ist bei "Telamo Musik und Unterhaltung GmbH" erschienen und kostet 18 Euro.

Interview: Teresa Pawlak

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