„Mein Hirt ist Gott, der Herr...“

-
+
-

Pfarrer Hans Durner ist am Samstag, 3. Oktober, im Alter von 92 Jahren in der Pfarrei Pfaffenhofen am Inn verstorben.

Neben vielen anderen Verdiensten ist sein Name seit den 1980er-Jahren untrennbar mit den geistlichen Volksliedern und ihrem neuen Leben in Brauch und Liturgie verbunden. Seit dieser Zeit war uns dieser prächtige Mensch, Seelsorger und großer Volks-Liturgiekenner in enger geistiger Verbindung Wegweiser und Freund.

Seit Beginn der 1980er-Jahre gibt es die Reihe „Das geistliche Volkslied das Jahr hindurch“, die anfänglich vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und dem Bildungswerk Rosenheim und dann auch vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern getragen wurde. Im Bildungszentrum Rosenheim fanden mit Pfarrer Durner Besprechungen, Fortbildungstage und Gottesdienste mit geistlichen Volksliedern statt, aus denen viele neue Liedgestaltungen und Ideen hervorgingen. Mit den Sängern, Musikanten, Chorleitern und Seelsorgern, die nach Rosenheim kamen, strahlten diese Aktivitäten in die Pfarrgemeinden im Landkreis Rosenheim und weit über (Ober-)Bayern hinaus.

Aus der Kenntnis der zahlreichen, weithin unbekannten überlieferten geistlichen Volkslieder ist unsere gemeinsame Arbeit geboren. Aufbauend auf das Wissen von Kurt Becher (1914 bis 1996), begleitet von Fritz Kernich (1907 bis 1986), Pfarrer Professor Dr. Georg Kraus (Schloßberg) und vor allem Pfarrer Hans Durner wollten wir als Laien einen Schwerpunkt in die gläubige Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi mit den geistlichen Volksliedern setzen und damit die Möglichkeiten der Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil nutzen.

Besonders wichtig erscheint uns bis heute, die überlieferten geistlichen Volkslieder durch sorgsame textliche Renovierung und Rückführung auf die Aussagen der Heiligen Schrift in unsere heutige Zeit und Glaubenssituation hereinzuholen. Geistliche Volkslieder heute müssen vor allem auch zum Singen anregen, zum liturgiekonformen Gestalten von Gottesdiensten aller Art und zum Gebrauch im eigenen Leben. In guter Nachbarschaft mit vielen anderen Stilrichtungen der Kirchenmusik möchten sie zur eigenen Glaubensverkündigung und zum Gotteslob beitragen.

In besonderer Weise scheint es in der Gegenwart angemessen und notwendig zu sein, dass das Volk Gottes sich auf seine Aufgaben, Pflichten und Rechte besinnt, um den christlichen Glauben auch angesichts von Priestermangel und immer größer werdenden Pfarrverbänden lebendig und menschennah zu gestalten. Immer wieder hat Pfarrer Durner darauf hingewiesen, dass das gemeinsame Singen von geistlichen (Volks-)Liedern im natürlichen Volksgesang dazu einen Beitrag liefern kann.

Pfarrer Hans Durner begleitete unsere Reihe „Das geistliche Volkslied das Jahr hindurch“ seit 1982. Er war Wegweiser und Hinführer, Anstoßer und Fragensteller, Ideen- und Auftraggeber und nicht zuletzt Freund und Seelsorger. Zu seinem 50. Priesterjubiläum im Jahr 2004 wünschte er sich von uns das Lied „Mein Hirt ist Gott, der Herr ...“ (im Bild), getextet nach dem Psalm 23 mit der persönlichen neuen vierten Strophe und dem Blick auf das ewige Leben.

Kommentare