Marquartsteiner Landschaft als bevorzugtes Bildthema

Marquartstein – Betagte Bewohner des Achentals und besonders Marquartsteins dürften sich noch an die Fotografin und langjährige Marquartsteiner Lokalberichterstatterin Marlo Mieritz-Vogel erinnern.

Sie starb hochbetagt in den 1970er- Jahren.

Seit 1941 war sie zusammen mit ihrem Mann Adolf Vogel in Marquartstein mit Wohnsitz am Prügelweg 19, heute Burgstraße 19, unmittelbar unterhalb der historischen Burganlage gemeldet. 1943 heirateten die beiden. Adolf Vogel (1895 bis 1959) war ein bedeutender Maler, dem seine Heimatstadt Ebern ab dem kommenden Pfingstwochenende eine Ausstellung widmet.

Nachfahren von Vogel schenkten der Stadt 2015 eine größere Anzahl von Skizzen, Aquarellen und Ölbildern sowie zeitgenössische Dokumente und Fotografien des Künstlers Adolf Vogel. Die Bilder wurden von zwei Kunsthistorikerinnen inzwischen inventarisiert, und sie beschäftigten sich eingehend mit Leben und Werk des Künstlers, sodass nun bis Anfang August die Präsentation in Ebern gezeigt werden kann.

Adolf Vogel war ein moderner, dem expressiven Realismus zuzuordnender Künstler. Er studierte ab 1914 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Ludwig von Herterich, Johann Becker-Gundahl und Peter Halm. Nach seiner Kriegszeit als einfacher Soldat nahm er sein Studium wieder auf und schloss es 1921 ab. Viele der Studierenden bei den genannten Professoren wie Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg, ebenfalls später im Achental ansässig, übernahmen nur wenige Elemente der konservativen Richtung der Malerei der Münchner Schule, sondern wandten sich dem später sogenannten expressiven Realismus zu.

Ab 1925 lebte Vogel zehn Jahre in Berlin, wo er sich an zahlreichen Ausstellungen, zum Beispiel der renommierten Galerie Gurlitt, beteiligte.

1939 war Adolf Vogel auf verschiedenen Reisen nach Südfrankreich und Italien unterwegs, wo er seine zweite Frau, die Halbjüdin Marlo Mieritz kennenlernte. Ende der 1930er-Jahre belegten die Nationalsozialisten Vogel mit einem Berufsverbot.

Er zog mit Marlo nach Wagrein in Österreich, dann nach Marquartstein. Viele seiner Gemälde zeigen Motive aus der hiesigen Gegend, denn seine bevorzugten Bildthemen waren Landschaften, Porträts und Stillleben in der Tradition des Expressionismus mit kräftigen, teils düsteren Farben mit dynamischer Pinselführung. Da die Ehe mit Marlo Mieritz in die Brüche ging, zog Vogel 1949 nach Hannover, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Die Ausstellung in Adolf Vogels Heimatstadt Ebern, in der Ritter-von-Schmitt-Straße 1, läuft bis 2. August und ist sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und jederzeit nach Absprache unter der Telefonnummer 0 95 31/47 56 oder 0 95 31/94 48 80. christiane giesen

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