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Auf Spurensuche

D‘Margräddla haben eine Heilige als Fürsprecherin

Die Kirche St. Margarethen bestand wohl schon im 13. Jahrhundert, erstmalig erwähnt wurde sie 1445. Die Rodungen und Bauernhöfe gehen auf das 12. Jahrhundert zurück.
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Die Kirche St. Margarethen bestand wohl schon im 13. Jahrhundert, erstmalig erwähnt wurde sie 1445. Die Rodungen und Bauernhöfe gehen auf das 12. Jahrhundert zurück.

– Die Gottesmutter Maria ist die Namenspatronin von Marienberg in der Gemeinde Schechen und der Name der Fraueninsel im Chiemsee leitet sich von den Nonnen des Klosters Frauenwörth her. Aber gibt es noch weitere Örtlichkeiten, die einen Frauennamen im Ortsnamen haben?

Rosenheim

Dem überwiegenden Teil der nach Personen benannten mittelalterlichen Ortsnamen liegen zumeist germanische, bisweilen lateinisch-romanische und keltische Namen zugrunde. Aber hiervon sind die allerwenigsten die Namen von Frauen. Doch es gibt sie durchaus, auch in unserer Region! Zwei von ihnen gilt die folgende Darstellung:

Die Namenspatronin von St. Margarethen hat keinen germanischen, sondern einen lateinischen Namen, nämlich „Margarita“, der sich wiederum vom altgriechischen Begriff für die „Perle“ herleitet. Die heilige Margaretha, so heißt es oft in Darstellungen zur Ortsnamenkunde, hat bei heiligen Stätten ebenso wie Petrus oder Maria seit christlicher Zeit den Namen einer ehemals kelto-römischen, später germanischen Gottheit ersetzt. Hier handelt es sich um sogenannte Brückennamen.

Im Falle der Kirche und der danach benannten Ortschaft St. Margarethen, oberhalb von Brannenburg an den Abhängen der Hochsalwand und des Breitenbergs gelegen, ersetzte die heilige Margaretha, die von ausgeprägter Schönheit gewesen sein soll, möglicherweise ein Heiligtum, das zuerst der römischen Liebes- und Schönheitsgöttin Venus, sodann der germanischen Freya gewidmet war.

Blick auf die Lebensleistung

Eine andere Begründung für die Wahl des weiblichen Ortsnamens kann hier eine bestimmte Lebensleistung der späteren Heiligen gespielt haben: Dank ihrer hohen Standhaftigkeit gegenüber der römischen Obrigkeit des 4. Jahrhunderts galt die Christin Margaretha zur Zeit der Rodungen im 12. Jahrhundert als Patronin der Waldarbeiter, die bei ihrem Tun höchsten Gefährdungen ausgesetzt waren, die sie aber genauso stark wie Margaretha überwanden. Laut Autor Helmut Pabst („Das Buch von Brannenburg“) waren die Bewohner der ehemaligen Gemeinde Großbrannenberg, deren Mittelpunkt St. Margarethen war, „d Margräddla“. Somit hatte sogar eine Gemeinde einen weiblichen Namen!

Gembachau, das unweit von St. Margarethen in einer von zwei Bächen umschlossenen Auenlandschaft liegt, ist eines weiblichen Ortsnamens unverdächtig.

Aber 1181 hieß der aus zwei Höfen bestehende Weiler Wernbourgouwe. Hans Meixner stellt in „Die Ortsnamen der Gegend um Rosenheim“ diesen Namen zum weiblichen Personennamen „Werinburg“, der an „Notburga“ und „Walburga“ erinnert.

Helmut Pabst zitiert für 1280 aus dem herzoglich bayerischen Güterverzeichnis unter dem Amt Flintsbach die Schreibung „Wernpurgau“. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts hieß der Ort nicht Gembachau, sondern Wernbergau. Allerdings war aus der „Burga“ ein „Berg“ geworden!

Ob nun die Bezeichnung „Gembachau“ erst gültig wurde, als der Weiler wenig später bei der Propstei Petersberg zinspflichtig wurde, kann man nur vermuten. Der neue, heutige Name gehe, so Meixner, „wohl auf altes Geginbach zurück und erklärt sich aus der Krümmung des Baches“.

Es existiert, zumal es kein Ortsschild, sondern nur ein kleines Wegweiserschild „Gembachau“ gibt, bereits ein dritter und gut sichtbar angebrachter Ortsname: „Ponyreithof St. Margarethen“, der viele junge weibliche Besucher anzieht! Auch eine Wernburga?

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