Gosch und Klimpa mit ihrem Programm "Geklautes Liedgut" bei Kunst in der Filzen in Pfaffing

Liedgut mit Tiefgang und Charakter

Michaila Kühnemann als "Gosch"und Pianistin Susanna Myschkina als "Klimpa".  Foto  Janeczka
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Michaila Kühnemann als "Gosch"und Pianistin Susanna Myschkina als "Klimpa". Foto Janeczka

Zugegeben, der Name mag ein wenig vorlaut klingen. Den wahren Fähigkeiten der beiden Künstlerinnen entspricht er ohnehin nicht, denn hinter "Gosch und Klimpa" verbergen sich zwei besondere Talente. Michaila Kühnemann verfügt zwar als "Gosch" über ein entsprechendes Mundwerk. Mehr noch als mit dem Wortwitz der Kabarettistin beeindruckte sie durch ihre Stimme. Musikalisch begleitet wurde die Sängerin von Susanna Myschkina als "Klimpa", die sich anstatt zu klimpern, schnell als Pianistin der Meisterklasse entpuppte.

Heiterkeit und Melancholie wechselten sich ab im Pfaffinger Gemeindesaal. Der musikalische Bogen spannte sich vom ernsten Chanson bis hin zu skurrilen Liedern und Gedichten aus der Feder meist bekannter Komponisten und Autoren. Das Repertoire reichte von Jacques Brel bis Joachim Ringelnatz, von Liedern mit Charakter und Tiefgang bis hin zur vertonten Poesie.

Gekonnt "geklaut" und stimmungsvoll sang Michaila Kühnemann vom "Bluntschli", ein überaus lustiges Stück im böhmischen Dialekt über einen geheimnisvollen Gegenstand. Ob wohl Urheber Georg Kreisler gewusst hat, was ein Bluntschli eigentlich ist? Komisch und bisweilen sentimental reihten "Gosch und Klimpa" Lied an Lied, verbunden mit kabarettreifen Zwischenmoderationen. Auch das aktuelle politische Geschehen fand immer wieder seinen Platz. "Tu's doch!" aus dem zweiten Akt der "My Fair Lady" wurde einfach umgeschrieben auf jene Reden unserer Bundeskanzlerin, deren Umsetzung in die politische Praxis bislang noch vermisst wird. Selbst vor Schillers ehrwürdiger "Glocke" zeigten die beiden Interpretinnen keinen Respekt. Kurzerhand wurde der bedeutungsschwere Text einfach auf ein wesentliches Element unserer Fast-Food-Kultur umgedeutet und besungen: "Fest gemauert in der Erden steht der Imbissstand, warm muss hier die Bockwurst werden und die Bratwurst braun gebrannt." So griff Michaila Kühnemann, die nicht umsonst 15 Jahre Ensemblemitglied der Kabaretttruppe Les Derhos`n war, immer wieder tief in die kabarettistische Trickkiste hinein.

Dennoch ging bei den vielen witzig interpretierten Darbietungen der Grundcharakter eines anspruchsvollen Unterhaltungsabends nicht verloren. Denn auch nachdenkliche Chansons wie "Du bist dran", ein Lied von Jacques Brel über die Tristesse eines Bordellbesuches, fanden ihren Platz. "Gosch und Klimpa" jedenfalls hinterließen einen wunderbaren Eindruck, weit über dem, was der Name zunächst erwarten lässt.

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