„Leseglück“: Erfolgreiche Bilanz und gute Aussichten für das Chiemgauer Literaturfest

Der Abend der Sinne in der Camba Bavaria war gut besucht und sorgte beim Literaturfestival für Abwechslung. re

Es war eine erfolgreiche Premiere für das erste regionale Literaturfest „Leseglück – Grenzenlos Literatur“. „Wir sind sehr zufrieden und stellen fest: im Chiemgau gibt es viele Leseratten und Literaturbegeisterte“, sagt Johanna Binder vom veranstaltenden Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon. Anke Hellmann, Leiterin des Kultur- und Veranstaltungszentrums der Stadt Traunreut ergänzt: „Wir werden das ‚Leseglück‘ im nächsten Jahr auf jeden Fall fortsetzen.“

Seeon – Es war eine erfolgreiche Premiere für das erste regionale Literaturfest „Leseglück – Grenzenlos Literatur“. Das teilte der Veranstalter kürzlich in einer Pressemeldung mit. „Wir sind sehr zufrieden und stellen fest: im Chiemgau gibt es viele Leseratten und Literaturbegeisterte“, sagt Johanna Binder vom Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon. Anke Hellmann, Leiterin des Kultur- und Veranstaltungszentrums der Stadt Traunreut ergänzt: „Wir werden das ‚Leseglück‘ im nächsten Jahr auf jeden Fall fortsetzen.“

Viele prominente Gäste im Chiemgau

Die beiden Initiatorinnen haben mit zehn Kulturveranstaltern im Chiemgau ein gemeinsames Festivalprogramm auf die Beine gestellt, das vier Wochen lang in 30 Veranstaltungen eine Vielfalt an literarischen Highlights mit prominenten Gästen bot. In Seeon, Traunstein, Traunreut, Trostberg, Amerang, Grabenstätt und Stein gab es Literatur zum Erleben, Staunen und Zuhören. „Die meisten Veranstaltungen waren sehr gut besucht oder gleich ausverkauft“, teilt Binder mit.

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Ein Erfolgsgeheimnis des Festivals sei die Nähe zu den Autoren und Künstlern. Sie hätten sich Zeit für Gespräche mit den Besuchern nach der Lesung genommen. Ganz nah waren die Besucher auch einem „Tatort“-Kommissar: Miroslav Nemec erwies sich bei der Auftaktveranstaltung „Miroslav Jugoslav – der Nemec hinter dem Batic“ in Traunreut als gewitzter Entertainer. Tom Hillenbrand etwa gab den Gästen nach seiner Lesung aus seinem Erfolgskrimi „Tödliche Oliven“ in Kloster Seeon noch persönliche Tipps für das richtige Olivenöl mit auf den Weg.

Begeisterte Fans und volle Säle

Auch an anderen Spielstätten des Literaturfestivals sorgten Stars und heimische Autoren für Begeisterung und ausverkaufte Säle. Bei der Lesung von Ferdinand von Schirach in Stein hätten laut Veranstalter weitaus mehr Tickets verkauft werden können. Ernst Jani begeisterte in Trostberg mit seiner Lesung von Oskar Maria Graf, und auch bei der Veranstaltung „Auf der Alm und im Tal“ mit Teilzeitsennerin und Autorin Martina Fischer sowie bei der Lesung mit Michael Lerchenberg war das Studio-Theater brechend voll.

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Die Steiner Literaturwoche der Schule Schloss Stein konnte einen positiven Zuwachs an Besucherzahlen vermerken, was die Schulleitung vor allem auf das gemeinsame Leseglück-Marketing zurückführt. In Traunstein verstand es etwa Schauspieler Stefan Hunstein im gut gefüllten Kulturforum Klosterkirche, Hochliterarisches nahbar zu vermitteln.

Das zweite Erfolgsgeheimnis ist laut Veranstalter die bunte Mischung. Beim „Abend der Sinne“ in der Camba Bavaria in Seeon. leitete Schauspielerin und Bühnenbildnerin Verena von Kerssenbrock eine Lesung mit Kulinarik, Musik und Gesang. Die Mischung aus Literatur, Genuss und Musik kam an – die Veranstaltung war ausverkauft.

Einen Überblick über die Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

In Kloster Seeon bildete „Hubers Bairische Wortkunde“ den Abschluss des Festivals. Das Klosterstüberl war voll besetzt, und die launige Lesung des Sprachforschers war sehr unterhaltsam. Musikalisch begleitet wurde er von der virtuosen Akkordeonistin Maria Reiter. Hubers aufschlussreiche Ausführungen, woher unsere Wörter kommen, ließen so manchen alteingesessenen Oberbayern erstaunt aufhorchen. Hubers Vortrag glich einer humorvollen „Bairischstunde“, gewürzt mit fundiertem Fachwissen zu Grammatik und Sprachgeschichte. Seine augenzwinkernden, derben Seitenhiebe auf echte wie auf „Isarpreißn“ ließen durchscheinen, dass jeder Landstrich stolz auf die Geschichte seiner Sprache sein kann. Nur das Hochdeutsche, unsere Schriftsprache, sei eine Erfindung – denn Bairisch, das sei das eigentliche Hochdeutsch, so Huber. Auflockernde Höhepunkte waren Hubers und Reiters gesangliche Duette, die dem Publikum mit wohlartikulierter bayerisch-österreichischer Sprachakrobatik mehr als einmal Lachtränen in die Augen trieben.

Festival findet auch im kommenden Jahr statt

Ob nun die Sprache selbst, das Lesen als Tätigkeit oder thematische Schwerpunkte oder die Kombination mit Musik und Kulinarik im Vordergrund standen – jede „Leseglück“-Veranstaltung trug zu dem bei, was sich die Veranstalter auf die Fahnen geschrieben hatten: „Grenzenlos“ sollte die Vielfalt in der Beschäftigung mit Literatur sein. Jeder sollte einen eigenen Zugang dazu finden können. So wird es im nächsten Jahr das Leseglück also wieder geben – auf das Programm und die Veranstaltungsorte darf man gespannt sein.

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