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GALERIE IM ALTEN RATHAUS IN PRIEN

„Künstlerlandschaft“ mit frischem Wind

„Ohne Titel“(Acryl auf Leinwand): Dem Maler Hermann Wagner ist eine Sonderschau gewidmet.  Berger
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„Ohne Titel“(Acryl auf Leinwand): Dem Maler Hermann Wagner ist eine Sonderschau gewidmet. Berger

Prien – „Wir sind stolz auf die Tradition unserer Künstlerlandschaft Chiemsee, doch ebenso auf die zeitgenössische Kunst im Chiemgau“, sagte der Vorsitzende des Kulturfördervereins Prien, Dr.

Friedrich von Daumiller, bei der Eröffnung der Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee 2018“. In der Tat hat der Besucher der Ausstellungsräume in der Galerie im Alten Rathaus den Eindruck, dass die diesjährige Ausstellung besonders lebendig ist. Das liegt teilweise daran, dass unter den ausstellenden 60 Künstlern einige neue „Gesichter“ sind, die „frischen Wind“ ins Geschehen brachten.

Der Großteil der Exponate besteht aus Malerei. Diese beinhaltet die verschiedensten Techniken und Inhalte der Bilder. Da sind naturalistische wie die Pastelle von Franz Josef Feistl mit den Titeln „Chiemsee“ und „Waldeinsamkeit“. Nicht Industrielandschaften, sondern nos talgische Brücken zeigt diesmal Maximilian Schmetterer in seinen Aquarellen „Pont Neuf“ und „Ponts des Arts“. Rolf Märkl präsentiert in seiner mit Lack überzogenen Mischtechnik in den Farben Rot und Braun einen weiblichen, sitzenden Akt, der sich aufstützt.

„Wenn die Musen küssen“

Unverkennbar von Josef Werner stammt das surrealistische Ölbild „Wenn die Musen küssen“. Siglinde Berndt vom Künstlerkreis Neubeuern ist mit zwei Mischtechniken vertreten, deren Titel „Neulandbetreten“ hintergründig sind. Auf einer großen, schwarzen Fläche sind nackte Füße zu sehen, die sich offensichtlich unsicher auf unbekanntes Terrain begeben. Verunsichert ist der Betrachter zunächst, wenn er vor dem Acrylbild von Hendrik Müller steht. Was hat ein großer Cadillac mit einer „Hommage an Edith Piaf“ zu tun? Doch dann entdeckt er am unteren Bildrand einen winzigen Spatz. Der „Spatz von Paris“ ist also des Rätsels Lösung. Da ist der Titel „Verbundenheit“ des Acrylbilds vom Katharina Schmidmayer schon leichter zu durchschauen, auch wenn sie die Trachtler ironisch entschärft hat, indem sie sie leicht reduzierte.

Bunt treibt es Lisa Endriß mit ihrem fantasievollen Ölbild „Wohnen auf dem Wasser“. Und stürmisch-eiskalt geht es bei Anna Klammer-Nagy und auf ihren Acrylbildern „Gletscher“ und „Gletscherbruch“ zu.

Was hat sich wohl Edith Maier-Manhardt dabei gedacht, als sie ihre mosaikähnliche Collage aus bunten, glitzernden Steinen anfertigte? Und Erica Heisinger, als sie ihr „Diptychon Diagonale variabel“ aus Karton, Glas und Folien als dreidimensionale Erfahrung für den Betrachter zusammenbaute?

Auch Lithografien sind in der Ausstellung groß vertreten. Unverkennbar Lenz Hamberger mit seinen abstrakten Materialdrucken, „Halbakt“ und „Figur nach links, während sich Ludwig Gruber „Sphärisch“ gibt. Die „Natur der Dinge“ will Michael Bednarik in seinen Linoldrucken ergründen. Und Josua Reichert präsentiert seine berühmten Handdrucke wie die „Venezianische Mauer“.

Selten gab es bei einer Sommerausstellung so viele Skulpturen wie diesmal. Das beginnt schon im Erdgeschoss mit der bunten Terracotta-Stele von Nikolaus Steindlmüller und erstreckt sich auf die übrigen Stockwerke. Zu sehen sind unter anderen die realistischen Bronzen von Wilhelm Zinner wie der „Zeitungsleser“.

Das Herzstück der Ausstellung jedoch ist die Sonderschau der Werke von Hermann Wagner. Er war bereits auf vielen Sommerausstellungen mit zumeist expressiven Bildern vertreten. Diesmal beschränkt er sich auf acht großformatige Ölbilder ohne Titel, in denen er sich intensiv mit der Farbe auseinandersetzt. Farbfeldmalerei bestimmt daher seine Arbeiten. Rot, Gelb und Blau dominieren in den großen Flächen. Der Künstler trägt viele Farbschichten übereinander auf der Leinwand auf, die zu Meditationstafeln werden.

Der Laudator Herbert Stahl, Vorsitzender des Künstlervereins Traunstein, drückte es bei der Vernissage folgendermaßen aus: „Je nachdem, welche Farbschwerpunkte HermannWagner setzt, entstehen mit einem frühlingshaften Leuchten versehene Bilder in hellen Gelb- und Grüntönen erstrahlend, schwere, von der Sonnenglut geprägte goldgelbe oder aber auch klare, tiefe Geistigkeit ausstrahlende blautonige Werke.“

Die Ausstellung in der Priener Galerie im Alten Rathaus ist bis 16. September dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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