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Künstlerische Vielfalt im Trio

Graffiti-Fotografie aus der Reihe "Piazza" von Wolf Heyner.
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Graffiti-Fotografie aus der Reihe "Piazza" von Wolf Heyner.

"Art-Vielfalt" heißt eine Ausstellungsreihe, bei der es der Kunstverein Bad Aibling seinen Mitgliedern ermöglicht, an einem Wochenende im Winter außerhalb des Galeriebetriebes selbstständig Ausstellungen in der Galerie im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus zu organisieren und die eigenen Arbeiten zu zeigen. Vielfältig ist auch die Kunst, die die Plastikerin und Bildhauerin Adele Elliott aus Bad Aibling, die Malerin Veronika Seebass aus Stephanskirchen und der Maler und Fotograf Wolf Heyner aus Rosenheim am kommenden Wochenende vom Freitag bis Sonntag präsentieren werden. Wir haben die Ausstellung bereits vor der Eröffnung besucht.

"Faszination Hände" nennt Adele Elliot ihren Beitrag. Die Hand ist nach dem Gesicht der ausdrucksvollste und ausdrucksfähigste Körperteil des Menschen. Sie kennzeichnet das Wesen der Person. Der Mensch kommuniziert gestisch mit den Händen. Auch die Gemütszustände zeigen die Hände. Für Adele Elliot, die an der Kunstakademie in München und in den USA Bildhauerei studierte, sind die Hände sowohl Sinnbild für das Individuum als auch für die Menschheit als Ganzes. Hände werden in ihren oft surrealen Objekten Darsteller von Zuständen oder zeigen symbolhaft Begriffe. Immer sind es ihre eigenen Hände. Mit einem mineralischen Gussstein als Gießmasse formt sie ihre Hände ab. Die Oberfläche behandelt sie meist mit einer Metallglasur, in der Bronze enthalten ist. So wirken die Abgüsse auch wie Bronzeskulpturen. Jeder Abguss ist dabei ein Unikat. Die Objekte sind teils ernst, teils humorvoll, aber immer treffend, wenn sie bei "Kraftakt" den Händen Werkzeuge in die Hand gibt, wenn bei "Ausbruch" eine Hand mit einem Stein aus einer Dose ragt, wenn bei "Wachstum 4", die enge, alte Haut aufplatzt und darunter die neue zum Vorschein kommt. Von Ungeduld getrieben wird an der alten Haut gezerrt, um das Wachstum zu beschleunigen.

Mit den Bilderzyklen "Tulpomania" und "Neue Landschaften" ist Veronika Seebass vertreten. Bei "Tulpomania" zeigt sie die Metamorphosen, die eine Tulpe beim Verwelken durchläuft. Die Blätter drehen und winden sich, verändern die Farbe. Dabei entstehen dynamische und sinnliche Bilder, die nicht nur wegen der expressiven Farbwahl wenig mit einem üblichen Stillleben gemein haben. Auf Zugfahrten beobachtet Seebass die an ihr vorbeiziehenden, sich ständig wandelnden Landschaften. In Skizzen bannt sie dann die Elemente der Landschaften aufs Papier. Im Atelier werden daraus mit zahlreichen Übermalungen ihre "neuen Landschaften". Es sind Bilder mit reduzierten Formen, kräftigen Farben und Hell-Dunkel-Kontrasten. Sie sind ebenso voller Vitalität wie die Tulpenbilder.

Der Graffitis in der Stadt Neapel haben Wolf Heyner zu den zwei Serien "Colori" und "Piazza" inspiriert. In der süditalienischen Stadt geht Heyner gern auf Graffiti-Fotojagd. Er bearbeitet dann die Fotos ein wenig am Computer, gleicht Farben an, hebt sie hervor oder verfremdet sie und kreiert daraus Collagen. Mit auswählendem Blick entdeckt er das kreative Moment in den Graffitis, hebt mit Ausschnitten die interessanten Formen hervor. Die Graffitis sind weniger Schmierereien an den Gebäuden, sondern oftmals Verschönerungen in einem tristen Umfeld, aber auch politische und gesellschaftliche Meinungsäußerungen finden sich. Die Qualität der Graffitis ist unterschiedlich. Unbeholfenes Gesprühe findet sich neben Bildern, die das künstlerische Talent des anonymen Sprühers zeigen. So werden Graffitis als "Streetart" zur modernen Kunstform, die Wolf Heyner intelligent dokumentiert. In mehreren Fotos stellt Heyner die chaotisch bunte Form einiger Graffitis dem vegetativen Formenspiel alter Marmorfriese gegenüber. Auch hier zeigt sich die Vielfalt der Kunst.

Die Ausstellung "Artvielfalt" wird am Freitag um 19 Uhr im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in Bad Aibling eröffnet. Zu sehen sind die Arbeiten am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Januar, von 13 bis 19 Uhr.

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