Künstlerkreis Neubeuern präsentiert sich in der Galerie am Markt

Künstlerische Gedanken zur Heimat

"Abstammung - Wurzelrahmen", Mischtechnik von Christa Ulmer-Thurn. Foto falk
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"Abstammung - Wurzelrahmen", Mischtechnik von Christa Ulmer-Thurn. Foto falk

Gedanken über die Heimat haben sich die Mitglieder des Künstlerkreises Neubeuern gemacht und sie in den verschiedensten Techniken umgesetzt. Was dabei herauskam, ist bis 20. Juni in der Galerie am Markt in Neubeuern zu sehen.

Da sind Ölbilder, Mischtechniken, Acrylbilder, Aquarelle, Fotografien als Computercollagen mit Pastellkreide, Linolschnitt und Keramiken bis zu Installationen aus Schwemmholz, Eisendraht und Tracht. Klaus Rünagel stellt das "Kulturdorf Neubeuern" sogar in einer Diashow vor.

Besonders originell sind die Vogelnester auf Holz von Bri Oppel und Mischtechniken von Christa Ulmer-Thurn. Die abstrakten Mischtechniken sind mit Efeu umrahmt und mit Assoziationen zur Kindheit dekoriert. So besteht die "Erinnerung an meinen Vater" aus zwei Geweihen und die "Erinnerung an meine Mutter" aus einem kunst- und liebevoll geflickten Stück Stoff.

Alfred Hehenleitner sieht seine Heimat als alte Holztruhen wie die "Truhe Sonnenräder", "Truhe Karin" und "Truhe Tirol". Als "Mein Universum I, II und III" und "Haus I und II" hat Siglinde Berndt in Arbeiten aus Pigment und Acryl auf Leinwand sowie aus Stift und Schellack auf Papier dargestellt.

Manche der Künstler betonen in ihren Arbeiten das typisch Oberbayerische ihrer Heimat, so Richard Leitner mit seinem "Oberbayrischen Paar" in Tracht. Diese fehlt auch nicht in seinen Installationen aus Schwemmholz mit Eisendraht und dem urigen Titel "valiabt, vanoglt, oghengt" oder dem dramatischem Namen "Heimat - Lust -Schmerz".

Hans Heibl bezeichnet Heimat mit Milchkannen, Bergstiefel und Gießkannen, die er sehr gegenständlich dargestellt hat. Abstrakt wiederum sind die Aquarelle "Magnolien" und "Pusteblumen" von Elisabeth Straßer und das Ölbild "tiokeno" von Jutta Mayr. "Trautes Heim I und II" hat Daniela Wagner ihre Linolschnitte auf spießigen Tapeten genannt. Und überaus poetisch bekennt Dorothee Heinrich: "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe".

Mit "Freitag, 17.24" legt Ulrike Kirchner in ihrer Schmuck-Installation die Heimat zeitlich fest. Und mit einem Spanngurt zerrt Regina Marmaglio ihre Installation "sackundpack" aus bemaltem Holz fest. Sabine Klis stellt Neubeuern auf einer Landkarte mit verschiedenen Motiven dar. Ihren Mischtechniken einen Namen zu geben, hat sich dabei erübrigt.

In ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung analysierte die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Gierlinger die Arbeiten psychologisch: "Die Mitglieder des Künstlerkreises Neubeuern haben den Begriff Heimat in ihrer Gemeinschaftsausstellung dinglich und geistig festgelegt". Und manche würden sich in knorrigen Ästen förmlich an ihrer Heimat reiben.

Das Herzstück der Ausstellung sind im mittleren Raum Zetteln mit schriftlichen Gedanken und Zeichnungen von Besuchern der Landesgartenschau in Rosenheim. Dort hat sich die Marktgemeinde Neubeuern an einem Stand vorgestellt und der Künstlerkreis befragte am Tag mit dem Thema "Kunst" die Passanten nach ihrem Begriff von Heimat.

Ein Besucher zeichnete ganz einfach eine Suppenschüssel und ein anderer zitierte Theodor Fontane mit "Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen".

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