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Benefizkonzert

Konzert voller Höhen mit Collegia-Musica Chiemgau

Elke Burkert und das Orchester nehmen den wahrlich verdienten Applaus entgegen.
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Elke Burkert und das Orchester nehmen den wahrlich verdienten Applaus entgegen.

„Höhen und Tiefen“ – dieses Motto des sinfonischen Benefizkonzerts der Collegia-Musica Chiemgau unter der Leitung von Elke Burkert zugunsten der Johanniter-Trauerbegleitung Lacrima gilt für Lebenserfahrungen ebenso wie für die Musik, wenn es zum Beispiel um die Beschreibung der Notenskala geht.

Traunreut – Dem Ausdruck „Höhen und Tiefen“ wohnt aber auch eine Bewertung inne, strebt der Mensch doch in die Höhe.

Genau dort war der musikalische Genuss beim Konzert im K1 angesiedelt. Der Höhepunkt war zweifelsohne das Konzert für Violoncello und Orchester in a-moll, op. 129 von Robert Schumann, in dem Markus Wagner vollkommen mit seinem Instrument, dem Orchester und der Musik verschmolz.

Reizvolle Gegensätze

Wagner, Professor an der Hochschule für Musik in Nürnberg, beherrschte nicht nur alle technisch-virtuosen Raffinessen seines Instruments, sondern vermittelte vor allem glanzvoll die Musik mit ihrer zu Herzen gehenden Sprache. Durch die Gegensätze des Spielerisch-Tänzerischen, der dramatischen und vor allem der melancholischen Stimmung wohnt dem Werk eine Spannung inne, die Wagner den drei, nahtlos ineinander übergehenden Sätzen des zyklisch angelegten Werkes hörbar und sichtbar entlockte.

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Auf den ersten Satz und die lyrische Kantilene des zweiten Satzes, die sich im Duett zwischen Cello und Orchester entfaltete, folgte - wie als kompositorische Bestätigung des Vorausgegangenen – der forsche dritte Satz mit seinen rasanten Doppelgriffe und Akkordauflösungen, bevor die virtuose Kadenz das gesamte thematische Material der Komposition noch einmal in verdichteter Form erklingen ließ. Zu Schumanns Lebzeiten fand sich im Übrigen kein Cellist, der dieses Stück – eines der anspruchsvollsten Werke für Violoncello – uraufführen wollte. Erst in den letzten Jahrzehnten fanden die technischen Anforderungen an den Solisten eine adäquate Bewältigung, ist sich die Musikwissenschaft sicher. Heute jedoch gilt das Werk als der „Traum aller Solisten“.

Die Besucher erlebten eine phänomenale Darbietung dieses anspruchsvollen Werkes mit einem im positiven Sinne zurückhaltenden Orchester als einfühlsamen Partner des Soloinstruments, wobei die sich verwebenden, sinfonischen und konzertanten Aspekte zur rechten Zeit aufblitzten.

Eingerahmt wurde dieses Werk von der Sinfonie Nr. 3 in g-moll der französischen Komponistin und Musikwissenschaftlerin Louise Farrenc (1804 bis 1875), die als Pianistin eine Professur am Conservatoire national in Paris innehatte und der Sinfonie Nr. 1 in C-Dur von Robert Fuchs, zu dessen Schülern unter anderem so bekannte Komponisten wie Gustav Mahler, Hugo Wolf, Jean Sibelius, Fritz Kreisler und Robert Stolz zählten.

Bereits im ersten Werk stellte sich die Collegia-Musica Chiemgau als Klangkörper auf höchstem Niveau vor. Immer wieder erklangen Instrumente solistisch, etwa die Oboe im ersten Satz, die – teils auch eingebettet in die Gruppe der Holzbläser – mit den Streichern in einen Dialog trat, der im kantilenenhaften „Adagio cantabile“ von der Klarinette aufgegriffen wurde. Auch das „Scherzo“ mit seinen variierenden Mittelteilen, dessen Hauptthema durch lautmalerische Triller und Praller charakterisiert ist, lebte vom dialogisierenden Spannungsaufbau zwischen den Registern.

„Guten Abend, gute Nacht“

Ganz verschiedene musikalische Ausdrucksmöglichkeiten waren im „Allegro molto moderato“ aus der Sinfonie von Robert Fuchs zu hören. Tänzerisch-schwelgende Melodien waren durchtränkt von Fanfarenklängen und einem angedeuteten Marschrhythmus. Den Gegensatz zu den schnell bewegten Streichern im Presto des zweiten Satzes stellten anschließend in dem teils lieblichen „Grazioso“ melancholische Klänge her. Durch seine Leichtigkeit erfreute der vierte Satz, wobei die Flöte mit einer lieblichen Solomelodie hervortrat.

Nach dem herzlichen Applaus entließ das Orchester die Besucher mit der Zugabe „Guten Abend, gut‘ Nacht“ von Johannes Brahms in einer Bearbeitung für Orchester. Einen Tag später fand dieses Konzert noch einmal im Herkulessaal der Residenz in München statt.

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