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NEUES BUCH

Können Männer auch Kanzlerin werden? Wasserburger Schauspielerin hat eine Antwort

Eine von vielen prominenten Autoren: Marie Theres Relin, Autorin und Schauspielerin aus Wasserburg.
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Eine von vielen prominenten Autoren: Marie Theres Relin, Autorin und Schauspielerin aus Wasserburg.

Eine ganze Generation ist mit einer Bundeskanzlerin aufgewachsen: Angela Merkel. „Können Männer auch Kanzlerin werden“, fragen sich deshalb viele Kinder, die nur eine Frau im Amt kennen. Ein neues Buch gibt Antworten. Eine von vielen prominenten Autoren: Marie Theres Relin

Wasserburg – Eine ganze Generation ist mit einer Bundeskanzlerin aufgewachsen: Angela Merkel. „Wer auch immer die Nachfolge antritt, eines steht schon heute fest: Demokratie ist kein Selbstläufer, sie will von uns allen jeden Tag neu verstanden und verteidigt werden“, ist die Stiftung Wertebündnis Bayern überzeugt. Sie hat im Elisabeth Sandmann Verlag ein Buch herausgegeben, das fragt: „Können Männer auch Kanzlerin werden?“.

Texte von prominenten Autoren

Prominente Autoren wie Schauspielerin Jutta Speidel, Fernsehkoch Alfons Schuhbeck, Landespolitikerin Ilse Aigner, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, Aktivistin und Autorin Nahid Shahalimi, die ehemalige Skirennläuferin und Stiftungsgründerin Michi Gerg, Influencer Chris Boom und Kabarettist Christian Springer geben Antworten. Ebenfalls mit einem Text dabei: die Wasserburger Schauspielerin und Autorin Marie Theres Relin. Ihr fiktives Zwiegespräch zweier junger Erwachsender unter dem Titel „Adam oder Eva?“, exklusiv veröffentlicht für die Leser der OVB-Heimatzeitungen:

„Wer ist denn auf dem Bild Adam und wer Eva?

„Weiß ich doch nicht. Die haben ja keine Kleider an.“

„Können Männer auch Kanzlerin werden?“

„Du stellst Fragen! Nein.“

„Warum nicht?“

„Männer haben nun mal keine Eierstöcke.“

Die Kanzlerin muss aber derart ihren Mann stehen, dass man meinen könnte, sie hätte Eier.“

„Genau darin liegt das Problem.“

„Welches Problem?“

„Eine Kanzlerin passt sich der Männerwelt so sehr an, dass auch sie vergisst, dass es mit der Quotenfrau allein nicht getan ist.“

„Du meinst, ihr wächst ein Penis?“

„Vor 120 Jahren argumentierte der Mediziner Rudolf von Virchow gegen die Gleichberechtigung der Frau: Alles, was wir an dem wahren Weibe Weibliches bewundern und verehren, ist nur eine Dependenz der Eierstöcke.“

„Was willst Du mir damit sagen?“

„Er vermutete, das Gehirn einer Frau würde in erster Linie in der Gebärmutter schlummern.“

„Aha. Und es sind gerade mal 100 Jahre, dass Frauen in Deutschland wählen dürfen. 100 Jahre weibliche Demokratie? Dass ich nicht lache.“

„Und wie viele Jahre ist es her, dass in unserem Grundgesetz verankert wurde: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin?“

„Das weiß ich doch nicht!“

„70 müde Jahre! Lächerlich. 70 Jahre in der Geschichte, was ist das schon?“

„Aber, hallo, stimmt das wirklich? Gleichberechtigt! Vor 50 Jahren forderten Frauen die Gleichberechtigung und Emanzipation mit Gebrüll.“

„Haha, und erst 1971 wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt.“

„Und heute – im Jahr 2021! – verdienen Frauen immer noch weniger als Männer!“

„Nicht dein Ernst?“

„Doch, und zwar um satte 20 Prozent.“

„Nicht möglich! Aber in der Verfassung steht doch ...?“

„Selbst bei gleicher Qualifikation und gleicher Leistung liegt der Unterschied noch immer bei 6 Prozent!“

„Fuck you! Aber immerhin dürfen Frauen studieren und ein selbstbestimmtes Leben führen, sie dürfen Karriere machen, und sie können auch Kanzlerin werden.“

„Allerdings ohne Kinder – die stören dabei nur.“

„Aber jeder von uns hat eine Mutter daheim.“

Das Cover des neuen Buchs „Können Männer auch Kanzlerin werden?“

„Ja, ja. Mütter sind die Basis der Gesellschaft. Ohne Mütter gäbe es weder die Gesellschaft noch dich und mich.“

„Stimmt.“

„Aber wenn eine Frau sich für Kinder entscheidet, steht sie automatisch vor einem großen Fragezeichen.“ „Entweder macht sie einen Spagat und vereint Beruf, Familie und Hausfrauen-Dasein.“

„Oder sie bleibt Zuhause und widmet sich der Erziehung.“

„Peng. Wenn die Frau ausschließlich für ihre Kinder da ist, mutiert sie schnell zur „Nur-Hausfrau“ – und sei sie noch so studiert.“

„Sie verdient nichts mehr, kann somit nichts in die Altersvorsorge einzahlen und ist finanziell abhängig von ihrem Ehemann.“

„Bingo. Und schon winkt die Altersarmut.“

„Die größte Berufsgruppe in Deutschland sind 15 Millionen Hausfrauen.“

„Haha, Berufsgruppe! Familienarbeit wird weder finanziell noch gesellschaftlich anerkannt. Arbeit wird mit Bezahlung gleich gesetzt.“

„Frauenarbeit wird weltweit qualitativ und quantitativ unterschätzt. Andererseits sind Mütter aber die größten Konsumenten, denn sie benötigen wirklich alles, vom Auto über den Blumenkohl bis zur Windel.“

„Ja, ja, ein Wirtschaftsfaktor und ein Dilemma zugleich.“

„Wir sind weit von Gleichberechtigung entfernt.“

„Die Hoffnung liegt also bei den jungen Frauen, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt und innerhalb der Familie die gleichen Chancen wie Männer erkämpfen?“

„Oder in den jungen Männern, dass sie die Betreuung der Kinder und Hausarbeit für so selbstverständlich nehmen, wie Mütter das schon immer tun!“

„Und das Ganze immer schön auf gleicher Augenhöhe!“

„Denn dann ist es auch egal, ob zukünftig ein Mann Kanzlerin oder die Kanzlerin zum Mann wird.“

„Wer ist denn nun der Adam und wer die Eva?“

„Weiß ich doch nicht, die haben ja keine Kleider an.“

© Marie Theres Relin, erschienen am 28. März 2021 in „Können Männer auch Kanzlerin werden?“ - Elisabeth Sandmann Verlag & Stiftung Wertebündnis, mit Illustrationen von Anneke Southern ,ISBN: 978-3-945543-90-0, 18 Euro

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