Ein König aus dem Morgenland

"Bäume" von Wappmannsberger.  Repro re
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"Bäume" von Wappmannsberger. Repro re

Der Priener Maler Heribert Bartholomäus Wappmannsberger starb nach schwerer Krankheit vor wenigen Wochen am 26. Dezember im Alter von 61 Jahren (wir berichteten). Alfons Röckl erinnert in ganz persönlichen Worten an seinen Malerkollegen und Freund:

Ein König aus dem Morgenland hat sich zu Weihnacht auf den Weg gemacht.

Wer öffnete die Tür zu dieser traumhaften orientalischen Welt, zumindest einen Spalt, um uns einsehen zu lassen in eine von ihm neu geschaffene und doch so uralt verborgene Märchenwelt? Mit kindlichem Eifer und doch großer Disziplin hat der Meister diesen "Stoff, aus dem die Träume sind" gefunden, aus dem Schwarz des Alls herbeigezaubert. Kostbar sind diese Geschichten und Welten. Die Bilder des H.B.W. wenden sich nicht an niedere Empfindungen des Menschen, in gewisser Weise verlangen sie eine vorzeitige "Himmelfahrt", poetisch und ästhetisch wie sie sind, tragen sie den Betrachter mit kindlicher Reinheit in eine höhere Ebene. Dies ist der Unterschied zum spannungslos Dekorativen. Seine Bildwerke lassen uns die Spannungen ahnen, die die Welt und unser Sein erfüllen. Dies wird uns vor allem in seinen Abschiedsbildern bewusst, diese Bilder, im Angesicht des Todes entstanden, lassen uns die Würde des Menschen erahnen. Heribert Bartholomäus Wappmannsberger hat der Welt ein Geschenk gemacht. Wird dies von den Zeitgenossen erkannt und gewürdigt werden?

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