Benefiz-Konzert im Novalis-Haus

Klang des Lebens

Musik, die wie Leben klingt, Musik, die Leben bringt: So sprach der kundige und sympathische Moderator Professor Markus Eham beim Benefiz-Konzert zu Gunsten der Mukoviszidose-Stiftung von Christiane Herzog im Novalis-Haus Bad Aibling und zog Paralellen zwischen Medizin und Musik: Leben sei ein Austausch und Stoffwechsel, Musik ermögliche seelischen Stoffwechsel, Musik sei ein Klangfluss des Lebens. Ein schönes Bild für die Musik, die an diesem Abend gespielt wurde. Die Solisten waren alle Schüler der scheinbar alterslosen Klavierpädagogin Friederike Hübner, die vor Leben nur so strahlt.

Der Abend begann mit Bach: Pascal Marschar, 15 Jahre alt, und Philipp Arnoczky, fast 15 Jahre alt, spielten das Konzert für zwei Klaviere BWV 1061, etwas vorsichtig, aber genau das Allegro, farbenreich belebend das Adagio und deutlich markierend die Schlussfuge. Ein bisschen Feuer könnten beide noch gebrauchen. Als orchestrale Begleitung diente ein Streichquartett (immerhin Yoshiko Kneer, Laura Geisler, Joseph Peller und Daniel Kneer), das auch das Klavierkonzert in D-Dur von Joseph Haydn begleitete. Die elfjährige Clara Cimbalnik ("Ein echt musikalischer Name!", schwärmte der Moderator) spielte auswendig hochkonzentriert, musikalisch und spielfreudig, mit Läufen wie geschmiert und motorischem Impetus. Die kleinen Gedächtnisfehler sicherten ihr die Sympathie des zahlreichen Publikums.

Simona Wieser, 25 Jahre alt, präsentierte sich als Kammermusikerin im Trio für Fagott (Robert Polzer), Klarinette (Hans Eham) und Klavier. Sie gab diesem liebenswürdigen Werk im heiteren Serenaden-Ton eine graziös glitzernde Eleganz.

Mit Chopins Polonaise-Fantasie op.61 begeisterte die 18-jährige und schon vielfach preisgekrönte Sophie Pacini. Sie besitzt sowohl die schwungvolle Grandezza als auch die lyrische Versunkenheit, die Chopins Musik braucht, spielte tief fühlend, nachfühlend und sich einfühlend und doch deutlich strukturiert, ließ diese Fantasie tänzerisch, ja ballettös federn und die Melodien in der rechten Hand hymnisch singen: ein lebenswarmer Klangfluss.

Johannes Wagner und Nicolas Stephan, beide im Studentenalter, ließen in der Doppelklavier-Fassung von Ravels "Bolero" den Trommelrhythmus von Klavier zu Klavier wandern, begannen verhalten und steigerten die Spannung im immergleichen Rhythmus (den man sich noch ein bisschen unerbittlich-schärfer vorstellen könnte) und in der allmählichen Aufschichtung des Klanges.

Die Zuhörer freuten sich über den so reichhaltig strömenden Klangfluss, die Mukoviszidose-Stiftung freut sich über den reichen Geldfluss.

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