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NUTS-SOMMERBÜHNE TRAUNSTEIN

Keller Steff: Ein bunter Hund und Bulldogfahrer im Regen

Der Keller Steff ist ein Tausendsassa mit der Gabe der humorvollen Verständigung.
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Der Keller Steff ist ein Tausendsassa mit der Gabe der humorvollen Verständigung.

Einen humorvollen Abend mit vielen Geschichten ermöglichte der Keller Steff seinen Zuhörern am Schellenberg. Eine Riesengaudi, so das Resultat, die durchaus auch melancholische Momente hatte.

Traunstein –Die Nuts-Sommerbühne Traunstein war zu Gast in der Zirmstiftung auf dem Schellenberg. Dass es „da oben“ mit dem Wetter genauso unberechenbar sein würde wie in der Stadt war abzusehen. Wie schnell es gehen kann, dass dann doch fast alle bis auf die Haut durchnässt sein würden allerdings nicht. Der Keller Steff hatte sich noch gefreut, dass auch Live endlich wieder was geht undversprochen: „Heit spui i ois wos i ko.“

Vieles ausgehalten

Das Regenradar ließ es schon vermuten: Regen wird kommen. Wie schon öfter in dieser Saison zuverlässig punkt halb acht zu Veranstaltungsbeginn. Dem Keller Steff macht das gar nix aus. Schließlich hat er unter anderem als Bulldogfahrer von La Brass Banda ganz andere Sachen erlebt und ausgehalten. Auch die Fans sind gut ausgerüstet und nicht weiter gesorgt. Auch einige Kinder sind da, die sich auf die lustigen Lieder vom Steff freuen – und denen es außerdem das Buch vom Bulldogfahrer recht angetan hat.

Der Steff ist ein Tausendsassa, der mit der wunderbaren Gabe der „extrem humorvollen Verständigung“ gesegnet ist, die „Menschen von 0-99 Jahren“ anspricht. Seine herzerfrischende Art Geschichten zu erzählen und auszuschmücken ist einfach eine Riesengaudi – sehr lustig und unterhaltsam – aber immer auch mit einer Message, einem ernsthaften Hintergrund. Sein liebster Satz: „Des is ois wahr, was i do erzähl. Ohne Schmarrn.“ Und selbst wenn er ein bisserl was dazu dichtet und „fast ois“ wahr ist, sind es immer noch herrliche Geschichten, manchmal etwas haarsträubend, zumindest aus mancher Elternsicht, vor dem Hintergrund, das eigene Kind könnte mal auf derartige Ideen kommen. Hört man aber genau hin, hat der Steff da wohl einiges an Temperament und Kreativität vom Opa geerbt.

Marionettenbauer und Holzschnitzer

Der Steff ist Marionettenbauer, Holzschnitzer, Musiker, Bulldog- und Baggerfahrer, Kaibeziager und seit 15 Jahren Hausumbauer, mit den entsprechenden, oft mehr als kuriosen Erfahrungen und Erlebnissen, die er geschickt zu unterhaltsamer Mundartmusik mit herrlich einprägsamen Texten verarbeitet. Alleine schon die Baustelle gibt Stoff: Bagger- und Raupenfahrer, Dreck und Staub, Bier und Brotzeit, unvorhergesehene Komplettentkernung des Hauses bei kuriosen Maurer- und Estrichabenteuern mit mehr oder weniger hilfreicher Spezlwirtschaft. Laute, lustige Lieder wie die „Wedahex“ und „I wer narrisch“ mit dem berühmt-berüchtigten-lachsalvenauslösenden Haareraufenbissiezubergestehen. Ein einziges Lied habe er übrigens auf Englisch verkündet der Steff zwischendurch freudestrahlend. Es ist eine recht eigenwillige bairische Fassung des „Hoochie Goochie Man“.

Wer zieht die Fäden?

Dass auch für den lebensfrohen Überseer nicht alles nur Gaudi und in den Tag hineinleben ist, zeigen vor allem nachdenklichere Lieder wie „Marionette“. „Man muas scho genau schaun und aufbassn wer da die Fäden ziagt.“ mahnt der Steff vor allzugroßer Sorglosigkeit und mehr Aufmerksamkeit. Mit seiner gerade noch nicht veröffentlichten Single „Bunter Hund“ erinnert er auch daran, wie wichtig es ist „anders sein zu dürfen und akzeptiert zu werden. Trauts eich was, seids bunt und anders. Anders sein ist wichtig in der heutigen Zeit damit sich wieder etwas bewegt.“ Und: „Wenn Glück a Farb hätt, dann wars bunt wia a Regenbogen und net aus Gold.“

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