Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Kein sachlicher Hinweis auf Adel in Adlfurt

Die Mühle am Moosbach.
+
Die Mühle am Moosbach.

Högling. /.

Adlfurt – Das Dorf Adlfurt liegt an demjenigen Moosbach, der von Höhenrain kommend an Ginsham sowie Kirchdorf am Haunpold, Högling, Weihenlinden und Adlfurt vorbei schließlich in Mietraching in die Glonn mündet. In nächster Nähe befindet sich Schloss Maxlrain; war Adl furt möglicherweise eine seichte Stelle – eine Furt also –, die einen Bachübergang für adlige Menschen darstellte?

Der Personenname Adalo, auch Atalo (männlich) und Atala (weiblich), der ursprünglich „adelig“, „edel“ bedeutet, kommt durchaus häufig in Ortsnamen vor: Adling bei Glonn, um 1120 als „de Adalingen“ erstmalig erwähnt (Traditionen Ebersberg III/42) kann hierauf zurückgeführt werden ebenso wie Adelzhausen, das seine Bekanntheit der Lage an der A 8 verdankt. Sollte also tatsächlich der Maxlrainer Adel oder eine adelige Person mit dem Namen Adalo für den Ortsnamen Adlfurt verantwortlich gewesen sein? Der nicht ganz unumstrittene Ortsnamenforscher Hans Bahlow räumt in seinem Lexikon „Deutschlands geografische Namenwelt“ unnachgiebig mit einer derartigen Herleitung auf:

„Adelfurt [so geschrieben!] an der Mangfall/Tegernsee, Adelwang in Oberösterreich, Adelstetten bei Salzburg, (…) haben mit ‚Adel‘ ebenso wenig zu tun wie Edelstetten, Edelweiler und die Edelberge (viermal) in Württemberg mit ‚edel‘. Des Rätsels Lösung liefern uns die Adel- und Edelbäche und -gräben (…), die auch keine adligen oder edlen Wässerchen sind (…), sondern ‚Schmutzwässer‘ (…). Zugrunde liegt indogermanisch ad ‚Wasser‘ (…). Mons Adulas hieß der St. Gotthard als Wasser- und Quellberg.“

Im Bairischen kann der Adel auch eine ganz andere Bedeutung als Nobilität haben. Da gab und gibt es sogar das Verb „adeln“. Wenn das Wetter auf eine Regenphase hindeutete, fuhr der Onkel des Autors mit dem Bulldog und einem gut gefüllten Fassl auf dem Anhänger zum „Adeln“. Da wuchs das Gras später ganz bärig! Aber natürlich wäre es vollkommen abwegig, Adlfurt als Übergang über einen Strom von Adel, auch Odel beziehungsweise Jauche, zu charakterisieren. Seit dem 13. Jahrhundert ist in der deutschen Sprache das Wort ‚Adel‘ in der Bedeutung von „Morast“, „schlammiges Wasser“ gebräuchlich. Der Ortsname Adlfurt ist erst seit der frühen Neuzeit belegt; daher könnte er von beiden Arten von „Adel“ herstammen. Der Beleg von 1558, nämlich „Simon Mullner zu Aetlfurth“ (Kurbayern, Geheimes Landesarchiv 1015, Blatt 39) weist deutlich darauf hin, hier als Bewohner keinen Adeligen, sondern einen Müller anzunehmen, der seine Mühle an einem Übergang über den schlammigen, morastigen Moosbach angelegt hat.

-

Kommentare