Musikstudenten geben Liederabend in Flintsbacher Pfarrkirche

"Junge Klassik" von jungen Sängern

Die Musikstudenten des Mozarteums in Salzburg müssen pro Semester mindestens ein Konzert geben. Der Gesangsstudent Andreas Smettan, in Rosenheim geboren, hat nun in der Flintsbacher Pfarrkirche einen Liederabend organisiert, zusammen mit seiner Kollegin Julia Lackner, die in Bad Tölz geboren ist, und Instrumentalisten, die alle unter dem Titel "Junge Klassik" firmieren. Beide Sänger haben ein Programm vor allen mit Schubert-Liedern und italienischen Romanzen von Francesco Paolo Tosti zusammengestellt, das gut in den sonnig-frischen Maienabend passte, es wurde von Thomas Kohlhammer moderiert. Die Kirche war gut gefüllt, die Stimmung war herzlich, der Pausensekt schmeckte, der Beifall war freundlich-üppig.

Andreas Smettan verfügt über einen drucklos-leicht geführten tragenden Tenor mit eingedunkelt-metallenem Timbre, der in der Höhe (noch) etwas eng wird. Die guten Anlagen lassen durchaus Größeres erwarten. In den italieneischen Romanzen lässt er seine Stimme schön strömen, auch die Kopfstimme ist gut studiert, was man in dem Duett "Nur wer die Sehnsucht kennt" von Schubert hören konnte. "Das Wandern" aus Schuberts "Schöne Müllerin" war deutlich artikuliert, im "Ständchen" hätte er die Moll-Dur-Wechsel noch prägnanter herausarbeiten können.

Julia Lackners raumfüllender Sopran besitzt ein schnelles Tremolo. Sie fühlte sich besonders wohl in den langgezogenen Melodien von Gabriel Fauré ("En priere") und Claude Debussy ("Nuit détoiles"), die Schubert'sche "Forelle" und das Mozart'sche Veilchen waren sorgfältig artikuliert dargeboten, hätten aber noch einen Schuss Komödiantik vertragen können.

Am Klavier begleitete Adrian Suciu sehr einfühlsam, seine Liszt'sche Opernparaphrase war brillant und duftig zugleich. Sabine Schweiger bot das Spiritual "Deep River" auf der dafür nicht so gut passenden Harfe. Katharina Wittmann begeisterte mit dem "Capricho Arabe" von Tarrega für Gitarre: feines, transparentes Gitarrenspiel mit Sinn für nach- und eindrückliche Artikulation der Melodie.

Das Abschlussduett war ein Abschiedsgruß von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf ein Gedicht von Eichendorff aus seinem "Taugenichts": "Wohin ich geh und schaue, / In Feld und Wald und Tal / Vom Berg hinab in die Aue": So schaute man auch , wenn man aus der Flintsbacher Kirche hinaus in den Maienabend trat.

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