Jazzklänge in der Kirche

Bei sphärischer Beleuchtungin der evangelischen Kirche in Prien brillierten Gitarrist Philipp Stauber und Stargast Thomas Stabenow am Bass. Friedrich

Prien –. Bei sphärisch-astraler Beleuchtung in der vollen evangelischen Kirche in Prien fiel die Predigt diesmal jazzig aus: In dem Gotteshaus gastierte einmal mehr die Reihe „Stauber & Friends“, zusammengestellt von dem in Aschau lebenden Jazzgitarristen Philipp Stauber.

Keinen Geringeren als den Kontrabassisten Thomas Stabenow konnte Stauber für das Konzert unter dem Motto „Bassic Instinct“ gewinnen: Stabenow war Professor an der Musikhochschule Mannheim und spielte unter anderem mit Al Jarreau, Joe Pass und Stan Getz. Wie Stauber gestand, war er schon als 20-Jähriger vom Spiel des damals 45-jährigen Stabenow begeistert, und jetzt hatte es mit einem gemeinsamen Termin geklappt.

Das Quartett vervollständigten der aus Oberaudorf stammende Saxofonist Tom Reinbrecht und Jazzpreisträger Bastian Jütte an den Drums. Der Einstieg in das erste Set war träumerisch mit einem Cole-Porter-Stück, das sich zunehmend swingig entwickelte.

Nach einem ersten Zwischenapplaus für Staubers filigrane Saitenkünste setzte Reinbrecht am Sax Akzente. Direkt im Anschluss interpretierte das Quartett John Coltranes Klassiker „Giant Steps“, eine der wichtigsten Aufnahmen der Jazzgeschichte und mit seinem Duktus und seinem Niveau ein Genuss, Stabenow und Jütte brillierten mit feinen kurzen Soli. Typisch für Dave Brubeck war das Stück „In your own sweet way“, welches eine reizvolle Passage im Zusammenspiel aus Kontrabass und Gitarre barg, in die Jütte als Nachzügler mit zurückhaltendem Spiel am Schlagwerk den durchdringenden Rhythmus noch verstärkte.

Unter dem Eindruck der Morde von Hanau folgte das andächtige „Peace“ (komp. Horace Silver), dem man in Kontrast ein funkiges „Things are getting better“ von Cannonball Adderley folgen ließ. Die vielen Hörer zeigten sich begeistert und spendeten kräftigen Applaus. afr

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