Ausstellung "Das verlorene Paradies" in der Galerie des Kunstvereins Bad Aibling

Von Jacky und den Urwaldtieren

Das Titelbild des Bilderbuches "Jacky - Ein Orang-Utan sucht den Dschungel" von Sabine Koschier.
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Das Titelbild des Bilderbuches "Jacky - Ein Orang-Utan sucht den Dschungel" von Sabine Koschier.

Manche Begegnungen im Leben berühren zutiefst und werden zur Quelle der Inspiration. Sabine Koschier hatte eine solche Begegnung - mit einer Orang-Utan-Dame. Ihr Schicksal steht exemplarisch für die Rodung und Vernichtung des tropischen Regenwaldes von Borneo. Auf diese möchte die Künstlerin mit ihrer Ausstellung "Das verlorene Paradies" in der Galerie des Kunstvereins Bad Aibling im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus aufmerksam machen.

Es ist eine Ausstellung für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, mit 20 Portraits von Urwaldtieren und 28 Acrylwerken des Bilderbuches "Jacky - Ein Orang-Utan sucht den Dschungel", das die Geschichte eben jener Menschenaffendame erzählt, der Koschier auf Borneo begegnete.

Die Künstlerin wurde 1965 in München geboren, studierte an der École du Louvre in Paris und der Technischen Universität München Architektur. Bis 1997 war sie auf diesem Gebiet tätig. Zudem widmete sich Koschier, die Mitglied im Bad Aiblinger Kunstverein ist, intensiv der Malerei. Sie ist von großen Menschenaffen fasziniert und setzt sich für sie ein.

Ein Besuch in Borneo erschreckte die Künstlerin. Schier undurchdringliche, endlose Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt und Schönheit sind dort immer weniger zu finden. Sie werden für den Palmöl-Plantagenanbau gerodet, die Natur immer weiter zurückgedrängt, Flora und Fauna zerstört. Die Bewohner des Dschungels bleiben auf der Strecke. Ihr Lebensraum wird auf kleine vereinzelte Inseln reduziert.

In einem dieser wenigen Reservate lernte Koschier "Jacky" kennen, eine inzwischen 24-jährige Orang-Utan-Dame. Ihr ursprünglicher Lebensraum war durch Brandrodung zerstört worden, als sie noch ein Kind war. Glücklicherweise fanden Ranger den kleinen Affen und zogen ihn auf. Sie konnte in der Auffangstation am Mount Kinabalu aufwachsen und wurde wieder ausgewildert. Seither besucht "Jacky" ihre früheren, menschlichen Zieheltern regelmäßig. Bei einer dieser Gelegenheiten war auch die Künstlerin anwesend und tief berührt von diesem Erlebnis und der Lebensgeschichte der Affendame - die Inspiration für das Buch "Jacky".

Mit diesem, aber auch mit 20 großen Acrylzeichnungen möchte sie auf die Zerstörung der Regenwälder und das damit verbundene Verschwinden ihrer Bewohner aufmerksam machen. Es sind farbintensive Portraits von Orang-Utans, Bonobos, Pavianen, Mandrillen, Nasenaffen, Makaken und verschiedenen Vogelarten in teils naturgetreuen, teils verfremdeten Farben. Besonders die Affenportraits zeigen die fast menschlichen Gesichtszüge dieser Tiere, strahlen eine besondere Größe und Aura aus, scheinen nachdenklich, liebevoll oder entschlossen. Mit diesen, wie auch den anderen Tierbildern vermittelt Koschier die Schönheit und Vielfalt der Schöpfung, die Einmaligkeit der Natur und die Wichtigkeit, diese zu schützen.

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