Werke von Franz Ferdinand Wörle

Von Irland inspiriert

Ohne Titel, Tusche von Franz Ferdinand Wörle. Fotos Fischer
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Ohne Titel, Tusche von Franz Ferdinand Wörle. Fotos Fischer

Eindrücke aus dem Orient, aus Irland und der individuellen Empfindungswelt mischen sich bei der Ausstellung von Franz Ferdinand Wörles "Skulpturen und Grafik" in der Bad Aiblinger Galerie Villa Maria. Die 47 dort gezeigten Exponate erstrecken sich über eine Schaffensperiode von zehn Jahren. Einflüsse aus dem Ausland finden in das Werk ebenso Eingang wie Inspirationen zum Mysterium des Seins. In München 1952 geboren, nahm Wörle zuerst eine Lehre als Keramiker und Holzbildhauer auf, betätigte sich dann als Kirchenrestaurator und Goldschmied, bevor ein Studium der Bildhauerei an der Münchner Akademie folgte. 1988 erhielt er den Debütantenpreis der Bayerischen Staatsregierung, 1990 den Kunstpreis der Stadt Ebersberg und 2000 den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Rosenheim. Der Künstler, der seit 1983 in Straußdorf bei Grafing lebt, war Mitorganisator der Skulpturenwege Wasserburg, Ebersberg und Bad Aibling. Nach vier Jahren in Irland ist er nun wieder in Straußdorf ansässig.

Aufragende Skulpturen präsentiert Wörle in Eisen und Bronze, teils kleinere Formate bis zu überlebensgroßen Werken im Garten der Villa Maria. Rostpatina verleiht ihnen eine anziehend-warme Ausstrahlung, die zugleich Respekt gebietet. "Seelenhäuser" zeigt er, mit solidem langem Fundament, schützendem überkragendem Dach, stützenden Längsbalken und einem an Tisch- oder Altarformen erinnernden Innenteil. Wörles "Stelen" sollen mit ihrer Turmform und den Treppen an die Kasbahs, die Zitadellen des Maghreb, erinnern. Auch "Tore" finden sich, allerdings nicht einladend weit geöffnet, sondern mit minimalistischen, schwierig zu betretenden Eingängen. Ganz und gar nicht offen sind die "Bodentore". Sie deuten in den Bereich des Geheimnisvollen. Verschlossen stellen sie dennoch einen Zugang dar, in die Welt unter der Oberfläche, die Unterwelt, wohl auch die unbewusste Welt, einen Zugang zu einer anderen Dimension oder dem eigenen Selbst.

Wörles Grafiken sind kantig und scharf definiert. Die Aquatinta-Werke scheinen jedoch durch die Farbwahl Wärme geradezu abzustrahlen. Dunkles Rot dominiert in erdiger Charakteristik, lebendige Elemente werden mitunter durch Grün und Blau gesetzt. Die Tuschen sind eine irische Inspiration. In zurückhaltendem Grün, Blau, Grau und Gelb setzte Wörle alte Buchmuster aus dem Mittelalter in aufwändig verwobener kubistischer Formensprache um und verarbeitete so farblich die Eindrücke, die dieses Land für ihn bereit hielt.

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