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Konzert

In der Improvisation auf der Albachinger Orgel alle Register gezogen

Konzentriert erkundet Paolo Oreni die Klangmöglichkeiten der Albachinger Orgel.
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Konzentriert erkundet Paolo Oreni die Klangmöglichkeiten der Albachinger Orgel.
  • VonRainer W. Janka
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Seit 1988 gibt es in der Kirche St. Nikolaus die neue Orgel und regelmäßig treten bekannte Organisten auf. Nun gastierte Paolo Oreni, der sich selber beim Organisten von Albaching, gemeldet hatte.

Albaching – Oreni wurde 1979 in Treviglio/Italien geboren, begann mit elf Jahren das Orgelspiel, sammelte viele Preise, belegte mehrere Meisterkursen bei dem berühmten französischen Organisten Jean Guillou und ist mittlerweile ein international gefragter Konzertorganist.

Nur wenig Zeit hatte er, die Jann-Orgel von Albaching genau zu studieren. Doch seine Entdeckerlust an den Möglichkeiten dieser Orgel war so groß, dass er unentwegt während des Spiels neue Registermischungen ausprobierte. Alle Register schließlich zog er buchstäblich und sprichwörtlich bei der das Konzert abschließenden Improvisation. Die zwei Kirchenlieder „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ und „Ein Haus voll Glorie schauet“ verwob er in seiner furiosen Improvisation. Er begann zuerst mit feinen Sphärenklängen, irrlichterte dann durch die Tastatur, dabei die beiden Melodien immer durchhören lassend. Der Klang wurde dann aufschäumend-erregter und entfesselter, dazwischen agierte er nur mit dem wildbewegten Pedal, bis alles im großen Brausen endete.

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Begonnen hatte Oreni in der stimmungsvoll ausgeleuchteten Kirche mit drei Stücken von Girolamo Frescobaldi (1583 bis 1643), streng im Vortrag, aber lebendig im Rhythmus, dabei immer wieder nach neuen Klangfarben suchend.

Klang der Orgel erkundet

Auch die vier Sonaten von Domenico Scarlatti (1685 bis 1757), eigentlich für Cembalo geschrieben, dienten Oreni zur Klangerkundung, zur Darbietung von Echo-Effekten. Eine Sonate wirkte in ihrer grell-glitzernden Registrierung wie heftiges Hühnergegacker, mittendrin rauschte Oreni in fußbrecherischem Tempo über die Pedale.

Die Auswahl aus den Neumeister-Chorälen von Johann Sebastian Bacherklangen in aller Ruhe und immer neu farbig registriert.

Dann wurde es romantisch

Dann begann ein romantischer Block: Mit fast näselnden Zungenregistern versuchte Oreni, den schmerzlich-innigen Zug der zwei ausgewählten „Studien für den Pedalflügel“ von Robert Schumann hervorzuheben, die dann in einen leis schnarrenden Gefühlsrausch endeten.

Zuerst volltönend pathetisch, dann doch gebetshaft demütig war ein Stück aus „L‘Organiste“ von César Franck, während die „Berceuse“ von Louis Vierne dem Titel entsprechend zart wiegenartig klingt. Mit wirbelnden Füßen schließlich brachte Paolo Oreni das Konzert mit „Carillon du Longpont“, der musikalischen Beschreibung eines Glockenspiels, ebenfalls von Vierne, in einem rauschenden Klangsturm zu Ende.

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