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Operngala

Immling Festival endet mit Kraftwerk der Gefühle

Ein „Finale Grande“ bescherten die Musiker des Immling Festivals im Festspielhaus.
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Ein „Finale Grande“ bescherten die Musiker des Immling Festivals im Festspielhaus.
  • VonKirsten Benekam
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Zum Abschluss des Immling-Festivals gab es Opernmusik für‘s Herz. Zwölf Solisten sangen über dreieinhalb Stunden Arien. Das Publikum dankte ihnen mit euphorischem Schlussapplaus und Vorfreude auf die nächste Spielzeit.

Halfing – Unersättlich wirkten die Opernfans, die eine Karte für das ausverkaufte „Finale Grande“ beim Immling Festival im oberbayerischen Halfing ergattert hatten. „Atemberaubend!“, schwärmte die 70-jährige Margit Goldbrunner aus dem Landshuter Raum, die zu dem beliebten Event zum Spielzeitende angereist war, um den Showdown aus Auszügen bekannter Opernliteratur zu erleben.

Zum fulminanten Schluss zielten die „Immlinger“ ein letztes Mal, gemäß Spielzeitmotto, „Mitten ins Herz“. Touché! Die Oper, ein wahres Kraftwerk der Gefühle. Die musikalische Leitung des Immling Festival, Cornelia von Kerssenbrock, teilt gerne, nicht nur ihre Liebe zur Oper, auch ihr Pult.

Mehrere Wechsel am Pult

Dort gaben im munteren Wechsel des Dirigierstabs Ayyub Guliyev (Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Staatstheaters Baku/Aserbaidschan), Archil Ushveridze (Leiter des Georgischen Staatlichen Chores Tiflis) und Misha Edisherashvili (Professor an der Staatlichen Musikschule Tiflis) den Takt an. (Herz-) Rhythmusstörungen gab es deshalb keine. Dem unterschiedlichen Dirigat geschuldet, zeigte sich das Festivalorchester Immling als formbarer und anpassungsfähiger Klangkörper – wach und wandelbar, in wohl ausdifferenziertem Spiel. Zwölf virtuose Gesangssolisten gestalteten über dreieinhalb Stunden Oper – eine Tour de Force für die Zuhörer, die aber aufgrund der guten Mischung der aufgeführten Werke verblüffend schnell verging.

Eröffnung mit Elgar

Englands heimliche Hymne, „Pomp and Circumstance March No. 1“, ein Orchesterwerk von Edward Elgar, eröffnete die Operngala feierlich, putzte im Marsch-Rhythmus die Gehörgänge, durch die im Verlauf des Abends emotional aufgeladenes stimmliches Klanggold floss. Stefano Meo (Bass) und Jirí Rajniš (Bariton) meisterten im Duett „Largo al factotum“ aus Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“, stimmgewaltig und mit dem richtigen Quäntchen Humor dargeboten. Heißblütig gab Margarita Gritskova (Mezzosopran) „L’amour est un oiseaux rebelle“ aus Georges Bizets „Carmen“, eine Wucht im Ausdruck. Eine ähnliche Naturgewalt und eine ganz Große ihres Faches ist Elodie Hache (Sopran), die mit „Armatae face“ aus Vivaldis „Juditha triumphans“ die Messlatte hochlegte.

Aus Eifersucht entfesselte Raserei

Lyrisch schmeichelten sich Diana Alexe (Sopran) und Patricia Osei-Kofi (Mezzosopran) ein: „Viens, Mallika!“ aus Lakmé von Léo Delibes.

Wie sich aus Eifersucht entfesselte Raserei anhört, davon gab Jirí Rajniš (Bariton) mit „È sogno, o realtà“ aus Verdis Falstaff eine Kostprobe. Venezianische Romantik versprühten Xenia Steiner (Sopran) und Olga Levtcheva (Mezzosopran) mit „Belle nuit, nuit d‘amour“ aus Jacques Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ – da passte wirklich alles. Von allem viel gab auch der Festivalchor Immling und kassierte für das populäre „Va, pensiero“ aus Verdis Nabucco verdienten Extraapplaus. Was will es mehr, das Opernherz? Die Vorfreude auf die nächste Spielzeit wächst bereits beim euphorischen Schlussapplaus, mit dem sich die Gäste gleich mehrere Zugaben erklatschten.

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