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200 Vorstellungen des „Zigeunerbauern“

Im Riederinger Theaterzelt wird endlich wieder gespielt

Die Szene mit Wast Huber (Mitte, links) als Hauptdarsteller spielt in dem mit viel Liebe zum Detail gestalteten Zigeunerlager.
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Die Szene mit Wast Huber (Mitte, links) als Hauptdarsteller spielt in dem mit viel Liebe zum Detail gestalteten Zigeunerlager.
  • VonKlaus Bovers
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So manche Existenz Kunst- und Kulturschaffender war durch die Corona-Pandemie bedroht. Bedrückend war diese Zeit auch für Elfriede Ringsgwandl, zum Glück aber nicht existenzgefährdend. Nun wird im Theaterzelt in Riedering wieder gespielt. Bis Ende März sind 20 Aufführungen geplant.

Riedering – Schwierige Zeiten hat Elfriede Ringsgwandl und ihr Theaterzelt hinter sich. Schwierig, aber nicht existenzbedrohend. Ihrem Theater haben die staatlichen Hilfen das Überleben ermöglicht, wie die Chefin des Theaterzelts in Riedering gerne und mit Nachdruck betont. Doch vom Überleben möchte sie endlich wieder in den Normalmodus wechseln, wie auch immer der aussehen mag. Selbst das Spielen unter Covid-Einschränkungen ist ihr immer noch lieber als ein leeres Theater.

Elfriede und Erwin Ringsgwandl.

20 Aufführungen bis Ende März geplant

Die Stimmung im Gespräch mit Elfriede und Erwin Ringsgwandl ist optimistisch. Im Januar haben sie ihren Klassiker „Da Himmegugga“ schon mehrmals aufgeführt und bis Ende März stehen auf dem Spielplan bereits 20 Termine, darunter auch die Stücke „Gsindlkind“ und „Zigeunerbauer“. Und aktuell darf das Publikum zu 75 Prozent der Zuschauerkapazität wieder dabei sein.

Am großen Küchentisch im Eckinger Haus der Ringsgwandls geht es auch um ein Jubiläum, gerade ist am 12. Februar der „Zigeunerbauer“ zum 200sten Mal auf die Bühne gekommen. Die Stimmung am Jubiläumsabend war bei den immer wieder zahlreichen Erstbesuchern erwartungsvoll, bei den vielen Fans, die das Stück kennen, hieß es durchwegs: „Schön, dass es weiter geht und wir wieder dabei sein können!“ Nach der Zwangspause war die Riederinger Truppe mit vollem Engagement dabei, endlich durften sie wieder spielen, und das 75-Prozent-Publikum applaudierte mit wenigstens 100-Prozent-Begeisterung.

„Der Zigeunerbauer“ ist das Stück der Autorin Elfriede Ringsgwandl, in dem sie exemplarisch zeigt, wie Angst, Engstirnigkeit und Vorurteil Menschen zu Dingen verführen, die eine Gesellschaft zerreißen können. Auf der Bühne ist es eine Dorfgesellschaft im 16. Jahrhundert. Schließlich setzt sich christliche Großherzigkeit gegen Bigotterie durch. Am Ende geht alles gut aus. Eine Botschaft, die tröstlich und aktuell zugleich ist.

Bitteres Fazit

Am Tischgespräch in Ecking nimmt auch Sebastian Fischer teil, einer der Profischauspieler in der Truppe. Man kennt ihn aus dem Landestheater Salzburg, auch aus TV-Rollen im „Sturm der Liebe“ oder bei den Rosenheim-Cops. Die Frage an die Runde, wie sich bei ihnen die vielen spielfreien Monate ausgewirkt haben, fällt unterschiedlich aus. Sebastian Fischer hat in der Coronakrise als typischer „Einzelkämpfer“ die volle Härte der Nichtbeachtung der Kultur zu spüren bekommen. Bitter ist sein Fazit: „Die Politik hat keine Ahnung, wie wir leben und arbeiten, und sie hat lange gebraucht, das überhaupt zu merken!“ Seine Hoffnung: „Vielleicht werden aus dieser Erfahrung ja Lehren gezogen, auch wenn die Bedeutung von Kultur nicht direkt in Zahlen messbar ist.“

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Bei den messbaren Zahlen haben die Ringsgwandls Glück gehabt. Als Theater gehören sie zur Kultur, doch nur weil sie für die Verwaltung eine richtige Firma sind und nicht nur eine Art Fata Morgana, wird ihr Theater offiziell in der Krise als Hilfsobjekt wahrgenommen.

Manfred Stecher in einer Hauptrolle

Diese Absurdität ist den Ringsgwandls bewusst und sie reagieren darauf auf ihre Weise: Keine laute Kritik, stattdessen lieber so vielen freien Schauspielern wie möglich Engagements ermöglichen. Beim Jubiläums-Zigeunerbauer spielte die Hauptrolle Manfred Stecher, Film- und Theaterschauspieler aus Rosenheim, die wichtige Rolle des Sprechers übernahm Sebastian Fischer.

Und noch eine optimistisch stimmende Neuigkeit kam im Gespräch auf den Tisch: Die Proben zum neuen Stück „Lukas Straßenkind“ beginnen noch in diesem Frühjahr, der Premierentermin ist für den Sommer geplant.

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